CL001 - Über Cosmic Latte und was die Sonne so alles auf der Erde anstellt

Shownotes

CL001 - Über Cosmic Latte und was die Sonne so alles auf der Erde anstellt

All das und noch viel mehr beantworten wir in unserer ersten Folge bei einer guten Tasse Kaffee.

Vorstellung und Begrüßung

Zu Beginn gibt es erst mal eine Vorstellung von Teresa und Eva, den Protagonistinnen des Podcast. Eva und Teresa berichten was sie zum Astronomie Studium an die Universität Wien gebracht hat. Gemeinsam verbindet sie die Neugierde, den Sachen auf den Grund zu gehen und die Dinge, die im Weltall passieren, zu ergründen.

Was ist ein "Cosmic Latte"

Es hat einen bestimmten Hintergrund, warum der Podcast den Namen „Cosmic Latte“ trägt. Eine Studie im Jahr 2002 ermittelte die Farbe des Universums basierend auf 200.000 Galaxien. Dabei wurde das gesamte sichtbare Licht von einem repräsentativen Teil des Himmels genommen und aus all den Farben ein Durchschnitt ermittelt. Diese gemittelte Farbe des Universums ist nicht schwarz, wie manche vermuten könnten, sondern, beige. Und nachdem beige etwas langweilig klingt, wurde eine Abstimmung zum Namen gemacht und am Ende haben sich die Wissenschaftler für den Namen „COSMIC LATTE“ entschieden. In Anlehnung an das italienische Wort für Milch und zu Ehren unserer Milchstraße, die ja auch ihren Beitrag dazu geleistet hat. Und das passt dann wieder hervorragend zu den Kaffeehausgesprächen über Astronomie. Für alle die es übrigens genau wissen wollen, die Farbe unseres Titelschriftzugs ist in der Farbe „Cosmic Latte“ mit dem Hexadezimalcode #FFF8E7.

Den Link zur Studie findet ihr hier: Cosmic Latte Survey

Wie ist das Wetter auf der Sonne?

In der ersten Folge reden wir über das Weltraumwetter. Warum haben wir genau dieses Thema gewählt und was ist dieses Weltraumwetter überhaupt? Wir haben beide die Vorlesung „Sonne und Weltraumwetter“ besucht und waren damals überrascht, wie spannend das Thema ist. Für uns war es ein Wegweiser für den weiteren Weg in der Astronomie, und hat uns so sehr fasziniert, dass wir uns vorstellen können in diese Richtung zu forschen.

Das Weltraumwetter ist vor allem von der Sonne beeinflusst, welche Plasmawolken mit einer großen Menge an Partikel in Form eines Sonnenwindes in das Weltall schleudern kann. Aber auch die kosmische Strahlung beeinflusst das Wetter im All, wovor uns der Sonnenwind wiederum schützt. Und wenn die Sonne mal gigantische Massen an Sonnenplasma in Form eines koronalen Massenauswurfes in das Weltall schleudert und es die Erde erreicht, dann kann das unterschiedliche Phänomene auslösen, wie zum Beispiel Polarlichter.

Welche Auswirkungen hat das Weltraumwetter auf uns?

In unseren Breitengraden sind diese schönen Lichter allerdings nicht so häufig zu sehen. Wenn wir sie allerdings doch einmal zu sehen bekommen, dann war das schon ein sehr starker Ausbruch auf der Sonne, der sich Richtung Erde bewegt hat. Solche Events gab es bereits in der Vergangenheit, wie etwa im Jahr 1859. Da gab es einen sehr starken Ausbruch auf der Sonne, einen sogenannten koronalen Massenauswurf, der direkt auf die Erde gerichtet war. Dieser war auf der Erde zu sehen und zu bemerken (Telegrafen sprühten Funken). Der Astronom Richard Carrington beobachtete den Ausbruch auf der Sonne und konnte als erster Mensch den 20 Stunden später eintreffenden Sonnenwind und dessen Interaktion mit dem Erdmagnetfeld feststellen. Das war zugleich der Startschuss für die Beobachtung des Weltraumwetters.

Würde so ein Event heute passieren, hätte dieser einen großen Einfluss, auf unsere Technik, aber auch auf die Raumfahrt. Das kann dann sehr gefährlich werden. In den 1970ern, zur Zeit der Apollo Missionen, gab es beispielsweise einen koronalen Massenauswurf, der in den frühen Morgenstunden erfolgte. Wären zu diesem Zeitpunkt Astronauten im Weltall gewesen, dann hätten sie am Nachmittag die tödliche Strahlendosis erreicht. Es ist also sehr wichtig bei geplanten Weltraummissionen auf ausreichend Schutz vor derartiger Strahlung zu sorgen. Auf der ISS schützen sich die Astronauten hinter Wassertanks. Ein weiterer wichtiger Punkt, um sich rechtzeitig zu schützen, betrifft daher die Vorhersage des Weltraumwetters, ähnlich wie auf der Erde, um sich dementsprechend vorzubereiten. Dazu ist es auch notwendig zu wissen, wie schnell sich diese Winde ausbreiten.

Denn es gibt langsame und schnelle Sonnenwinde. Wenn auf der Sonne ein Flare, ein sogenannter Lichtblitz, zu sehen ist, dann kann dieser Röntgenstrahlung produzieren, welcher sich dann mit Lichtgeschwindigkeit zur Erde ausbreitet. Diese Strahlung messen wir dann erst, wenn wir sehen, dass so ein Event auf der Sonne überhaupt stattgefunden hat. Wir können uns also nicht darauf vorbereiten. Allerdings gibt es auch noch langsamere Sonnenwinde, die sich mit geringerer Geschwindigkeit ausbreiten und etwa zwei bis vier Tage, mindestens aber 12 Stunden, benötigen, um zur Erde zu gelangen. Normale Sonnenwinde brauchen im Gegensatz dazu fünf bis sechs Tage.

Zum Glück haben wir auf der Erde das Erdmagnetfeld und die Atmosphäre, die uns vor der Sonnenstrahlung schützen. Erfolgt jedoch ein sehr starker Ausbruch auf der Sonne, so kann der Schutz zu wenig sein und verschiedenste Effekte hervorrufen, wie beispielsweise Stromausfall oder Ausfall im Radio- und Funkverkehr. Dabei sind vor allem die obersten Schichten der Atmosphäre davon betroffen, in der sich Satelliten und die ISS befinden. Aber auch Navigation, Telekommunikation und das Stromnetz sind davon betroffen. 1989 gab es beispielsweise in Kanada einen neunstündigen Stromausfall aufgrund eines Sonnenwindes.

Was kann man nun machen, wenn einmal so ein Sturm bis zur Erde gelangt? Wie kann man sich am besten davor schützen? Wenn man es früh genug weiß, dann können Satelliten in einen sicheren Ort manövriert, Flugzeuge auf eine andere Route gelenkt und Generatoren auf niedrigere Frequenzen runtergefahren werden, um Stromausfälle zu verhindern.

Wie wir sehen, ist die Forschung und die Beobachtung der Sonne sehr wichtig. Dazu gibt es ein Beobachtungsprogramm der ESA, welche die Sonne und das Weltraumwetter permanent beobachtet und versucht Sonnenwinde zur Erde bestmöglich vorherzusagen. Es gibt auch eine Website, wo man täglich die Vorhersagen über Sonneneruptionen sehen kann.

Siehe dir dazu folgende Seiten an:

https://www.swpc.noaa.gov/

https://swe.ssa.esa.int/current-space-weather

https://spaceweather.com/

Ausblick auf das Thema der nächsten Folge

Wir haben gesehen, dass die Sonne mit ihren Phänomenen wie den Sonnenwinden einen großen Einfluss auf die Erde haben kann. Dabei beeinflusst sich auch das Klima. Wie diese Effekte der Sonne genau aussehen und welche Rolle diese bei der aktuellen Klimaerwärmung haben, könnt ihr in unserer nächsten Folge hören. Viel Spaß beim Hören! Eure Teresa und Eva

Einen interessanten Artikel über das Weltraumwetter findet ihr hier


Kontakt

Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at.

Und sonst findet ihr uns hier:

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Kommentare (4)

Cosmic Latte

Hallo Manfred, freut uns, dass dir unser Podcast gefällt! Wir werden vorerst jeden letzten Donnerstag im Monat erscheinen. Die nächste Folge wird also am 28.07. online gehen! Liebe Grüße, Eva von Cosmic Latte

Manfred

Cooler und angenehm zu hörender Podcast. Wann wird es eine weitere Folgegeben?

C.Müller

Ich mag euren Stil sehr, bitte macht weiter. Falls wir uns Themen wünschen können, möchte ich vorschlagen, über die Farbzusammensetzung des Cosmic Latte zu verschiedenen Sternen und den Lebenszyklen von Sternen zu kommen. Darüber wüsste ich gerne noch mehr. Danke für die Aufbereitung.

kl1lercher

Toller Einstieg. Sympathische Stimmen und hoffentlich noch viele viele interessante Themen. Mehr davon :)

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