CL079 Wolken aus Wasser und Eisen: Das aufregende Leben der Gasriesen
Shownotes
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In dieser Folge beginnen wir mit einem kurzen Blick auf erfolgreiche Neujahrsvorsätze und Handyverbote, bevor wir einen kurzen Ausflug in die Anfänge der Informatik und das Leben von Arianna Rosenbluth machen. Danach erzählt Jana von Planeten. Das klingt nicht sonderlich aufregend, aber ihr könnt euch sicher sein, dass es ausreichend spektakulär für mehr als nur eine Folge ist. Wir diskutieren Gasplaneten und Eisriesen; sechseckige Stürme auf dem Saturn, Supererden und Mini-Neptune und Wolken aus Wasser und Eisen.
Arianna Rosenbluth und die Frauen in der Informatik
Hörer Martin hat sich über die Folge über Numerik gefreut und uns auf Arianna W. Rosenbluth hingewiesen. Sie hat 1953 an den Grundlagen für den Metropolis-Hasting-Algorithmus gelegt, fast an den Olympischen Spielen teilgenommen und in Los Alamos gearbeitet.
Gasplaneten
Jana erzählt in dieser Folge etwas über Planeten. Das klingt simpel, ist aber alles andere als das. Auf den ersten Blick scheint die Einteilung einfach, zumindest im Sonnensystem: Gesteinsplaneten sind innen, Gasriesen außen. Doch sobald wir auch die Exoplaneten mitdenken, bricht diese Klassifikation schnell auseinander. Bis heute gibt es kein einziges, universelles Klassifikationsschema für Planeten, so wie wir es bei Sternen gewohnt sind. Stattdessen hantieren wir je nach Fragestellung mit Masse, Radius, Dichte, Temperatur, Atmosphäre, Bahnparametern, Albedo und vielem mehr. Das ist nicht nur akademische Haarspalterei, sondern bestimmt ganz konkret, was ein Planet physikalisch ist und wie er aussieht.
Ein Schlüsselmoment der Exoplanetenforschung war die Entdeckung von 51 Pegasi b, einem sogenannten heißen Jupiter, der viel näher an seinem Stern kreist, als es in unserem Sonnensystem überhaupt vorkommt. Diese Welt war nicht nur der Startschuss für die moderne Exoplanetenära, sondern auch ein Hinweis darauf, dass Migration im Planetensystem eine größere Rolle spielen kann, als wir lange dachten.
Da draußen gibt es außerdem jede Menge Arten von Planeten, die es bei uns nicht gibt. Zwischen den Massen von Erde und Neptun klafft in unserem Sonnensystem eine Lücke, aber anderswo gehören diese Planeten, oft als Mini-Neptune oder Supererden bezeichnet, zu den häufigsten Typen. Warum ausgerechnet wir keinen davon haben, ist eine dieser Fragen, die unser eigenes Sonnensystem plötzlich weniger "typisch" wirken lassen.
Aber wir bleiben bei den Gasriesen: Sie haben keine feste Oberfläche wie ein Gesteinsplanet, und selbst die Definition von "Oberfläche" ist oft nur eine Konvention, etwa bei einem bestimmten Druckniveau. Wir sprechen über die Zusammensetzung aus Wasserstoff und Helium, darüber, wie Dichte und Druck nach innen stark ansteigen, und warum in den Tiefen Zustände auftreten, die in unserem Alltag praktisch nicht vorkommen. Der metallische Wasserstoff ist dabei das Paradebeispiel: ein Materialzustand, der extrem leitfähig sein soll und eine Rolle für Magnetfelder spielen könnte, aber im Labor nur schwer stabil zu erzeugen ist.
Wir schauen auch auf das, was wir durch Missionen gelernt haben. Die Raumsonde Juno liefert Einblicke in Jupiter und seine Atmosphäre. Und Cassini hat uns den Saturn so detailliert gezeigt, dass sogar ein gigantisches, geometrisch erstaunlich regelmäßiges Wetterphänomen ikonisch geworden ist: das Sechseck am Nordpol. Gasplaneten sind absurd dynamisch, mit Jetstreams, Wirbeln, Stürmen und Gewittern, und wenn man sie verstehen will, muss man Hydrodynamik plötzlich ernst nehmen. Auch wenn sich das im Studium manchmal trocken anfühlt, ist es genau das Werkzeug, mit dem wir aus scheinbar ruhigen Planetenbildern physikalische Prozesse herauslesen können.
Auch die Entstehung der Gasriesen ist interessant: In der protoplanetaren Scheibe sollten sie typischerweise weiter außen entstehen, wo genügend Gas vorhanden ist. Das hat die Entdeckung der heißen Jupiter zunächst so irritierend gemacht. Heute ist die Idee der Migration ein zentraler Baustein, um solche Systeme zu erklären.
Zum Schluss besprechen wir die Klassifikation von Gasriesen nach ihrem Aussehen und ihrer Temperatur: die Sudarsky-Klassen. In unserem Sonnensystem fallen Jupiter und Saturn in die kälteste Klasse mit Ammoniakwolken, aber bei wärmeren Gasriesen können auch Wasserwolken dominieren, manche sind fast wolkenlos, und bei den heißesten Kandidaten werden sogar Silikat- und Eisenwolken relevant.
Eisriesen
Bevor wir die Folge beenden, klären wir noch ein Detail in der Begriffsfrage: Uranus und Neptun werden heute häufig nicht mehr als klassische Gasriesen, sondern als Eisriesen bezeichnet, weil ihre Zusammensetzung und Struktur sich deutlich von Jupiter und Saturn unterscheidet. Das klingt nach Haarspalterei, ergibt aber Sinn, wenn man die Unterschiede in chemischer Zusammensetzung, Farbe, Dynamik und Entstehung ernst nimmt.
Wir beenden die Folge mit einem Cliffhanger und der Frage, welche Rolle Supererden für die Suche nach außerirdischem Leben spielen. Das kommt aber erst in Teil II von Janas Geschichte über die Planeten.
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Transkript anzeigen
Evi: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Cosme Glatte.
Evi: Mit mir Eva und diesmal dabei Jana. Hi.
Jana: Hallo.
Evi: Hi Jana. Ich habe, wie soll ich denn jetzt beginnen?
Evi: Ich will eigentlich fast mit einem Geheimnis starten, aber ich weiß nicht,
Evi: ob man da gleich mal so reinstürzt in eine Folge.
Evi: Mit so Offenbarungen. Ich glaube, ich nehme das ein bisschen für später auf.
Evi: Apropos Offenbarungen, muss ich dich jetzt fragen, das letzte Mal,
Evi: wie wir gesprochen haben. Dann ging es ja um unsere Neujahrsvorsätze und jetzt
Evi: muss ich dir fragen, bist du dran geblieben? Machst du Sport?
Jana: Ja, nicht ganz so regelmäßig, wie ich wollte, aber ich bin dran geblieben.
Jana: Ich habe mir irgendwann auch eingestanden, es ist in Ordnung,
Jana: wenn man mal irgendwie irgendwo nicht so gut hinterherkommt,
Jana: weil irgendwie Stress ist oder so, aber es ist noch nicht abgerissen.
Jana: Ich mache Sport und ich fühle mich auch deutlich besser damit,
Jana: muss man leider zugeben, dass es wirklich hilft, erstaunlicherweise.
Evi: Was machst du jetzt genau?
Jana: Ich mache einfach viel so Yoga. Ich habe immer wieder versucht in Fitnessstudios
Jana: und so und ich bin mir sicher, das wäre auch gut.
Jana: Aber ich habe mir gedacht, ich muss mir diese Schwelle so niedrig wie möglich
Jana: setzen. Also einfach zu Hause YouTube-Video anmachen und passt. Genau.
Jana: Und ich bin ja wirklich so der undehnbarste Mensch auf der Welt.
Jana: Also ich bin wirklich, das ist ganz schrecklich. Ich kann nicht gescheit aus der Hüfte wegklappen.
Jana: Irgendwas ist da. Ich weiß nicht, was da los ist.
Jana: Und deswegen will ich auch immer nicht in diese Yoga-Kurse gehen,
Jana: weil mir das unangenehm ist, wie die Leute sehen, dass ich das nicht hinkriege.
Jana: Aber daheim in meinem eigenen Schlafzimmer fühle ich mich damit irgendwie wohl.
Jana: Und es trainiert ja genau dann das auch, dass du ein bisschen dehnbarer wirst
Jana: und so weiter. Ich glaube, jetzt zum Schlangenmenschen werde ich nicht werden.
Evi: Ja, wer weiß, wer weiß.
Jana: Und wie ist es bei dir?
Evi: Ich mache jetzt tatsächlich schon meine Rückenbehandlungen. Ich habe da jetzt
Evi: schon meine Therapien, meine quasi ambulanten.
Evi: Also wir haben ja hier bei mir in Baden das Kurzentrum, wo diese ambulanten
Evi: Therapienbehandlungen stattfinden.
Evi: Und das habe ich jetzt gestartet. Ich muss sagen, ich finde es wirklich gut.
Evi: Und der Plan hat nämlich auch funktioniert. Ich glaube, das habe ich dir das
Evi: letzte Mal eh erzählt, dass ich mich ein bisschen selber überlisten musste.
Evi: Naja, weil ich eben weiß, dass ich selber nicht diszipliniert genug bin.
Evi: Also ich jetzt sage, ich mache jetzt dreimal, viermal in der Woche dann meine
Evi: Übungen oder sonstige Sachen, so wie du jetzt dein Yoga machst.
Evi: Weil ich weiß, ich verschleppe das dann. Ich sage dann immer, ich mache das morgen.
Evi: Und abgesehen von meinem Radfahren mache ich ja dann sonst nichts.
Evi: Und deswegen habe ich mir gedacht, das müssen fixe Termine her, Verbindlichkeiten.
Evi: Und die habe ich eben jetzt. Also ich marschiere da jetzt zweimal in der Woche
Evi: zu meinen Behandlungen und bekomme da Massagen und Moorpackungen.
Evi: Aber ich habe auch Gymnastikübungen.
Evi: Und ich finde es erstaunlich, das ist so eineinhalb Stunden,
Evi: was das halt dann gesamt dauert. Also ich bin nur so zwei Stunden weg.
Evi: Aber es ist trotzdem dieses, ich habe da Zeit für mich und meinen Körper,
Evi: meine Gesundheit genommen und ich fühle mich danach wirklich besser.
Evi: Also ich merke schon, dass es was anderes ist, als eben du bist wirklich die
Evi: ganze Zeit auch so diesen Fokus und nur sitzen und arbeiten und machen.
Evi: Und da ist es wirklich, also mittlerweile eine sehr angenehme Unterbrechung
Evi: auch von meinem Alltag, wenn ich da jetzt dann dahin marschiere.
Evi: Und was ich auch ganz erstaunlich finde, es ist dort überall Handyverbot.
Jana: Ah, ja, aber das ist ja eigentlich cool.
Evi: Ja, richtig. Also du hast wirklich überall an jeder Wand klebt so ein Zettel
Evi: mit Handy-Symbol und durchgestrichen.
Evi: Und nehmen so Rücksicht auf die anderen Gäste. Und ich bin die Einzige, die da ohne Handy sitzt.
Jana: Echt? Ja, es ist ein Wahnsinn.
Evi: Also ich bin wahrscheinlich einer der jüngsten dort, muss ich auch sagen.
Evi: Es gibt so ein paar, wo ich mir denke, die ein bisschen jünger sind als ich.
Evi: Aber da, also gerade in diesen Ruhezonen oder so Wartebereichen,
Evi: sitzen alle mit den Handys.
Jana: Krass.
Evi: Ich habe dann auch so Gruppengymnastikübungen, ja, und da ist wirklich,
Evi: also in zwei von drei Übungen geht irgendwann einmal das Handy an, ja, und läutet, ja.
Jana: Obwohl es überall steht, oder ist das Bild, ja.
Evi: Und ich finde das halt wirklich krass, weil ich lasse mein Handy wirklich bewusst
Evi: im Spind und nehme es nicht mit. Und ich finde das tatsächlich sehr befreiend,
Evi: muss ich sagen. Also ich genieße das wirklich.
Evi: Ich nehme mich da eineinhalb Stunden raus aus allem, ja. Also auch nicht dieses,
Evi: oh, ich habe jetzt eine Nachricht bekommen, ich muss jetzt auf das reagieren.
Jana: Ja, es vibriert in der Rosentasche und ich weiß halt, dass es da ist und irgendjemand
Jana: mir jetzt irgendwas schreibt.
Evi: Und du schaust da und Dings und ich finde das wirklich entspannend.
Jana: Das kann ich total gut verstehen. Lustigerweise ist es mir jetzt neulich auch
Jana: untergekommen, weil mein Freund und ich waren die letzten oder letztes Jahr,
Jana: waren wir in Costa Rica, da haben seine Eltern zusammen mit so einem Gemeinschaftsding,
Jana: die haben da vor Urzeiten mal wirklich mehr oder weniger mitten im Dschungel
Jana: so ein Stück ehemaliges Viehland gekauft Und die Regierung in Costa Rica möchte,
Jana: dass du da halt Land kaufst und es dann renaturalisieren.
Evi: Ach, da haben wir doch eher mal kurz darüber gesprochen, auch im Podcast. Genau.
Jana: Und das Geile, was ich da immer fand, war, da ist halt null Handyempfang, gar nichts.
Jana: Und ich fand das immer total befreiend, diese anderthalb Wochen oder so,
Jana: wirklich immer komplett raus zu sein.
Jana: Und jetzt hat er mir gestern erzählt, dass sie überlegen, ob sie sich über Starlink
Jana: da Empfang holen. Und ich war so, nein, bitte macht es nicht. Ich will es nicht.
Jana: Weil ich weiß halt auch, in dem Moment, wo die Möglichkeit da ist,
Jana: dann machst du es halt dann.
Jana: Oder du kriegst es halt dann mit A, Nachricht bekommen. Oh ja,
Jana: schnell Fotos schicken.
Jana: Das ist ja auch alles dann immer schön. Aber ich kann das total gut verstehen,
Jana: dass es befreiend und angenehm ist, es wirklich einfach mal wegzulassen.
Evi: Ja, total. Und ich habe mir halt wirklich gedacht, das ist ein Wahnsinn eigentlich,
Evi: wie der jeder an seinem Handy auch klebt.
Evi: Und er schaut ja auch dann keiner. Das sind alle starrend dann auf ihre Bildschirme.
Evi: Und das ist ganz komisch.
Jana: Bist auch viel weniger in dem Moment drinnen. Also ich finde es auch gerade
Jana: bei so Wellness oder Sport oder so, dass
Jana: Das ist da dieser Fokus, der dich da sofort immer wieder rausreißt aus dem,
Jana: was du da eigentlich gerade machst. Ich bin da auch schlecht drin.
Jana: Also selbst wenn ich sage, okay, jetzt arbeite ich konzentriert oder so.
Jana: Wenn ich halt merke, es vibriert, also ich habe mein Handy nie auf laut,
Jana: aber ich merke es halt irgendwie. Du bist halt raus und denkst ja,
Jana: wir hatten jetzt geschrieben und vielleicht ist es wichtig.
Evi: Dann antworte ich schnell, ist eh nur ganz kurz. Ich bin ja dann auch immer
Evi: so leicht abgelenkt. Ich will ja irgendwas am Handy nachschauen und dann sehe
Evi: ich, ich habe eine Nachricht bekommen.
Evi: Dann schaue ich die Nachrichten an, dann fällt mir was anderes ein oder dann
Evi: will ich da schnell antworten. und dann mache ich fünf andere Sachen,
Evi: bevor ich das mache, was ich eigentlich machen wollte am Handy.
Evi: Also ich finde das auch sehr ablenkend, dass da ja so viele Sachen in einem Gerät sind.
Evi: Also ich habe doch vor kurzem irgendein Meme gelesen, der hat geschrieben,
Evi: er hat letztens mit seinen alten iPod reaktiviert und er hat es extrem angenehm gefunden,
Evi: Musik zu hören über ein Device, das jetzt eben nicht online ist,
Evi: wo du nicht andere Unterbrechungen hast oder Ablenkungen, weil es wirklich nur
Evi: darum geht, okay, da hörst du nur Musik und da hat er dann auch geschrieben,
Evi: Eigentlich ist es total cool, auch auf eine gewisse Art und Weise.
Evi: Okay, du hast ein Device für ein Ding gehabt.
Jana: Also das darf man auch mal nicht vergessen, dass das halt Attention Grabber
Jana: sind und die Apps alle miteinander konkurrieren, wer dich am meisten oder am
Jana: längsten auf sie fokussiert halten kann.
Jana: Ja, aber das ist ja gut. Das heißt, du bist auch eigentlich bei den Neujahrsvorsätzen
Jana: immer noch am Ball und hast sogar ein bisschen Digital Detox auch noch mit eingebaut.
Evi: So wie das klingt. Das war eigentlich so ein Side-Effekt. Und es passt jetzt
Evi: auch bei mir von der Zeit her recht gut, weil ich habe jetzt im Jänner nach
Evi: meinen letzten Prüfungen erledigt.
Jana: Ah, um was ging es? Was musstest du schreiben?
Evi: Ein Letztes Examen, das war Plasmaphysik. Das andere war ja Numerik.
Jana: Nee, Numerik.
Evi: Meine numerischen Methoden, die mir ja wirklich sehr viel nerven,
Evi: wahrscheinlich auch Lebenszeit geraubt haben.
Evi: Ich habe mich auch wirklich sehr auf Numerik konzentrieren müssen,
Evi: weil ich da ja wirklich jetzt keine Leuchte bin. Also vor allem gerade beim
Evi: Programmieren muss ich das auch einmal gestehen.
Evi: Und ich habe Plasmaphysik. Ich hoffe, da hört jetzt niemand von der Uni zu.
Evi: Ich habe das fast im Leben beigemacht.
Jana: Oh, okay. Aber lief trotzdem gut?
Evi: Ja, das finde ich ja das Krasse an der ganzen Sache. Ich habe noch nie für eine
Evi: Prüfung so wenig gelernt für die jetzt.
Evi: Ich habe wirklich nur zwei Tage, ich habe mir das kurz durchgelesen und das
Evi: ist total gut ausgegangen.
Evi: Also ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe und ich finde es eigentlich schade,
Evi: weil ich es interessant finde. und ich habe da aber wirklich dieses Bare Minimum
Evi: gemacht und habe das eigentlich so im Vorbeigehen gemacht.
Jana: War es mündlich oder schriftlich?
Evi: Nein, schriftlich, ja. Und hätte es eigentlich gerne mehr und besser gemacht.
Evi: Ich habe besser vorbereitet, aber es ging halt nicht anders.
Jana: Man muss priorisieren.
Evi: Richtig, richtig. Ich kann mich so ein bisschen auf andere Sachen konzentrieren
Evi: und da passt das ganz gut. Und jetzt komme ich auch gleich schon zu meiner Geheimnisenthüllung.
Jana: Ja, jetzt bin ich gespannt.
Evi: Also ich habe das letzte Mal mit dir und dann auch mit der Elka über numerische
Evi: Methoden in der Astronomie gesprochen.
Evi: Und jetzt kann ich es ja sagen, ich hatte so ein bisschen Bammel davor,
Evi: das Thema im Podcast anzusprechen und dann auch noch gleich über zwei Folgen.
Evi: Ja, es ist ein extrem wichtiges Thema in der Astronomie, aber es ist extrem unpopulär.
Evi: Ich meine, das ist jetzt so, wenn du sagst, mit numerischen Methoden,
Evi: da lockst niemanden hinterm Ofen hervor, wie es so schön heißt.
Evi: Und deswegen hat es mich total überrascht, wie vielen guten Response wir bekommen
Evi: haben von unseren Hörern. Also vielen, vielen Dank. Ich finde das ganz toll.
Evi: Also es hat sich da auch jemand bedankt, als Numeriker.
Evi: Also wir haben auch Numeriker unter unseren Hörern.
Evi: Er hat ihn das natürlich sehr gefreut und er möchte sich da eben auch bedanken
Evi: bei uns. Er hat dann auch ganz nett eine Spende uns zukommen lassen.
Evi: Ja, mit einem symbolhaften Betrag. Und zwar ist es das Geburtsjahr von jemandem.
Evi: Und ich weiß nicht, ob du die kennst. Ich kannte sie nämlich nicht.
Evi: Und zwar die Ariana Wright-Rosendorf.
Evi: Blatt. Ich weiß jetzt nicht genau, wie man es ausspricht.
Jana: Nee, der Name ist, glaube ich, sagt Bill Nix.
Evi: Ja, ich kannte sie nämlich auch nicht und ich habe dann auch nachgeschaut,
Evi: wer sie ist und fand das ganz beeindruckend.
Evi: Also da könnte man wirklich fast einmal eine eigene Folge auch machen über sie.
Evi: Und zwar hat sie wesentlich an dem Metropolis-Hastings-Algorithmus mitgearbeitet.
Evi: Also im Prinzip hat sie das ganze Programmieren dort gemacht und hat eine ganz
Evi: wirklich eine spannende Biografie auch.
Evi: Ich finde sie ganz bemerkenswert. Ist eben 1927 geboren ist eine Amerikanerin,
Evi: eben Physikerin und Informatikerin, kann man sagen.
Evi: Und sie war total gut im Fechten. Sie hätte dann eigentlich auch zu den Olympischen
Evi: Spielen fahren sollen 1944.
Evi: Aber es ist dann abgesagt worden wegen dem Zweiten Weltkrieg.
Evi: Und 1948 dann in London konnte sie nicht hinreisen, weil es da keine Finanzierung gab für sie.
Jana: Also ganz schade.
Evi: Und sie ist dann später nach Los Alamos gegangen und hat da dann mitgearbeitet
Evi: an diesen Kernwaffentests. Ich war da wirklich ganz maßgeblich daran beteiligt
Evi: und so wirklich ganz toll unterwegs, also wirklich sehr bemerkenswert,
Evi: gerade in diesem Computing-Bereich.
Evi: Ja, leider ganz traurig.
Evi: Sie ist dann mit 93 Jahren verstorben und zwar in einer Komplikation während
Evi: der Covid-19-Pandemie.
Jana: Das ist natürlich tragisch, ja. Aber das ist ja spannend, das habe ich noch nie gehört.
Jana: Ich finde das sowieso, diese ganzen frühen Computing-Sachen,
Jana: Programmierung, einerseits hier Hidden Figures und die Frauen,
Jana: die da die Programme geschrieben haben, dann auch die INIAC-Frauen habe ich
Jana: neulich gelernt, die diesen ersten großen Rechner da eben auch programmiert haben.
Jana: Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie viele Frauen in diesen frühen Zeiten
Jana: der Informatik beteiligt waren.
Jana: Weil es ist ja heute so, als es, finde ich, klischeehafte Männerthema gibt,
Jana: Informatiker, da sind überhaupt keine Frauen.
Jana: Aber die Pioniere waren halt einfach oft weiblich. Das finde ich schon sehr interessant.
Evi: Ja, aber das war das. Das haben ja früher eher Frauen gemacht und da hat man
Evi: nichts verdienen können. Dann haben es die Männer an sich gerissen und dann
Evi: hat man auf einmal ganz viel da verdienen können.
Jana: Da gab es auf einmal Gelder. Ja, ich glaube auch, weil es vielleicht auch grundsätzlich,
Jana: was man ja auch bei Hidden Figures oder so merkt, dass dieses...
Jana: Computing, was eben so in dieser Übergangszeit von, ja, das macht man parant,
Jana: so, das können Maschinen machen, dass das vielleicht auch so mehr so als,
Jana: in Anführungszeichen, eine stumpfe Aufgabe galt, so, ja, das ist,
Jana: da braucht man, da muss man jetzt nur daher rechnen, galt nicht als sonderlich
Jana: innovativ und dann hast du aber eben diese Frauen, die das konnten,
Jana: die dann das natürlich auch auf Maschinen übertragen konnten und ich kann mir
Jana: vorstellen, dass es am Anfang einfach wenig Prestige getragen hat und deswegen
Jana: halt Frauen überlassen wurde.
Evi: Das Ganze hat er dann auch den Aufschwung bekommen, ja, mit den ganzen Computern,
Evi: wie sich die entwickelt haben, stimmt schon, ja.
Jana: Cool. Ja, aber das ist sehr schön. Das habe ich noch nicht gehört.
Jana: Muss ich mir mal angucken. Müssen wir vielleicht mal eine ganze Folge machen über sie.
Evi: Ja, das ist wirklich sehr spannend. Also vielen Dank, Martin.
Evi: Der hat uns das geschickt.
Evi: Und dann haben wir auch noch, das fand ich auch ganz nett, Bernd hat uns auch
Evi: geschrieben zu Geo 600 oder wahrscheinlich jetzt Geo 600.
Evi: Weiß ich nicht. Das ist ja der Gravitationswellendetektor bei euch in Deutschland,
Evi: der ja wichtige Vorarbeiten ja zu LIGO auch geleistet hat, weil wir ja auch
Evi: darüber gesprochen haben bei den Gravitationswellen.
Evi: Und er hat eben auch geschrieben, er dürfte Lehrer sein, weil er hat der Schüler,
Evi: mit denen er so Videos auch geguckt hat, zu diesen Gravitationswellen,
Evi: wo das halt auch noch so Hirngespinste war, also wo man sich ja gar nicht sicher
Evi: war, ob man das da jemals entdecken kann.
Evi: Und er hat dann auch gemeint, dass da dann Schüler natürlich total enttäuscht
Evi: waren, weil A schaut das total unspannend aus dort.
Evi: Und dann weiß man nicht einmal, ob man da überhaupt mal was entdecken wird.
Evi: Also total unspannende Sache und langweilig. Ich habe ein bisschen schmunzeln
Evi: müssen, als ich seine E-Mail gelesen habe.
Evi: Weil das finde ich so oft ist das Sachen, die so von außen halt
Evi: total unerscheinbar wirken. LIGO schaut ja jetzt auch nicht spannend aus,
Evi: von außen sieht man halt okay, außer dass es halt lang ist.
Evi: Passiert aber dann so viel im Inneren, was dann eigentlich total faszinierend
Evi: und arg und total spannend ist.
Evi: Und ich glaube, das ist oft die Kunst, das dann eben Schülern oder kommenden
Evi: Generationen vielleicht begreifbar zu machen, dass Sachen jetzt nicht so offensichtlich
Evi: wow sind, weil sie jetzt nicht gleich knallen und explodieren oder sonst was.
Evi: Aber dass das trotzdem cool ist.
Jana: Gerade in diesen Bereichen der Teilchenphysik, wo man halt sagt,
Jana: naja, wir müssen halt auf Ebenen runter, die wir nicht so richtig greifen können.
Jana: Und da brauchst du halt große Maschinen, die irgendwie in Betonwänden eingefasst sind.
Jana: Aber was da drin passiert, ist halt eigentlich komplett abgefahren.
Jana: Also ich versuche immer, das so zu erklären beim Zerren oder so.
Jana: Auch diese Röhren da sieht und sich erstmal denkt, naja.
Jana: Aber da kochen wir halt Zustände auf, die es seit dem Urknall nicht mehr gegeben
Jana: hat. Und brauchst halt ein bisschen Vorstellungskraft dafür.
Evi: Ja, das stimmt. Naja, apropos, jetzt bin ich mal gespannt, was du für ein spannendes
Evi: Thema mitgebracht hast.
Evi: Ist das was Unscheinbares oder ist das auch etwas?
Jana: Wir gehen ein bisschen zurück, back to basics, würde ich sagen.
Jana: Aber es ist eigentlich, wie bei vielen Themen in der Astronomie,
Jana: dass man, wenn man dann richtig einsteigt, merkt man erst, oh,
Jana: da steckt ja noch mal viel mehr dahinter.
Jana: Und die Sachen, von denen man dachte, okay, weiß ich eh, ist jetzt nichts Neues,
Jana: wissen wir schon lang, dass da eigentlich noch ganz viel mehr dahinter steckt,
Jana: als man eigentlich denkt.
Evi: Okay, dann würde ich mal sagen, du verrätst uns dann spannendes Thema gleich
Evi: nach einer kurzen Pause.
Jana: So machen wir es.
Jana: So, und da sind wir auch schon wieder. Ich werde heute den ersten Teil eines
Jana: Zweiteilers machen und zwar geht es um Planeten.
Jana: Ich meine, das ist eh mein Lieblingsthema und ich habe mir gedacht,
Jana: wir haben ja schon über Exoplaneten gesprochen, aber wenn man jetzt nochmal
Jana: ein bisschen einen Schritt zurück macht, was gibt es denn für Planeten?
Jana: Und ganz lang war eben die Vorstellung, es gibt halt Gasplaneten und Gesteinsplaneten.
Jana: Und deswegen werde ich jetzt heute anfangen mit den Gasplaneten und nächstes
Jana: Mal machen wir weiter mit den Gesteinsplaneten.
Jana: Aber es ist eben am Ende doch nicht ganz so einfach.
Jana: Also bei uns im Sonnensystem, was würdest du sagen, wer sind die Gasplaneten?
Evi: Also naja, ich bin jetzt gerade Gedanken ein bisschen abgeschweift,
Evi: weil ich mir überlegt habe, weil du gesagt hast, du fangst mit den Gasplaneten an.
Evi: Und ich habe fast gehofft, du fangst mit den Gesteinsplaneten an.
Evi: Naja, weil wir haben ja da schon über die Venus gesprochen. Da haben wir,
Evi: glaube ich, sogar wir zwei ja eine Folge, schon mehrere Folgen sogar gehabt,
Evi: dass der Höllenplanet ist, obwohl sie eigentlich der Erde total ähnlich ist.
Evi: Und ich habe gerade überlegt, dass wir eigentlich von den Planeten,
Evi: die weiter außen im Sonnensystem sind, also eben Jupiter, Saturn,
Evi: Uranus, Neptun, dass wir über die eigentlich noch fast nicht gesprochen haben.
Evi: Was ich meine, Jupiter, glaube ich, nur so ein
Evi: Bisschen wahrscheinlich im Zuge der Juice-Mission von der ESA,
Evi: da haben wir ja schon öfters gesprochen.
Evi: Aber sonst glaube ich gar nicht. Das haben wir da wirklich ein bisschen vernachlässigt.
Jana: Gasplaneten wirken schnell ein bisschen öde. Und du hast ja schon gesagt,
Jana: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Jana: Das ist auch lange die vorherrschende Schulmeinung gewesen. Klar,
Jana: das sind die Gasplaneten bei uns im Sonnensystem.
Jana: Aber streng genommen ist es heute nicht mehr so.
Jana: Eigentlich, wenn man unter den Forschenden ist, die sich ausschließlich damit
Jana: beschäftigen, sind nur Jupiter und Saturn Gasplaneten.
Jana: Uranus und Neptun zählen jetzt zu dieser Kategorie Eisriesen.
Jana: Da komme ich nachher auch nochmal dazu.
Jana: Die sind nämlich tatsächlich einfach ein bisschen anders. Aber natürlich,
Jana: die vier sind keine Gesteinsplaneten.
Jana: Also ich sage immer, man kann es sich einfach machen und sich die Frage stellen,
Jana: naja, wenn ich da hinfliege und aussteige, habe ich dann irgendwann festen Boden
Jana: unter den Füßen oder sinke ich?
Jana: Und bei den vier sinkst du halt. Aber eben, es ist gar nicht so einfach mit
Jana: dieser Planetenklassifizierung.
Jana: Also man hat sich vor allem, als dann es losging mit den Exoplaneten und man
Jana: irgendwie mit der Tatsache klarkommen musste, dass es Planetenarten gibt,
Jana: die es im Sonnensystem gar nicht gibt.
Jana: Also dass wir nicht jede Kategorie repräsentieren können, muss man sich eben
Jana: die Frage stellen, wie sortiere ich die denn überhaupt ein? Was brauche ich denn da für Daten?
Jana: Es gibt tatsächlich bis heute kein grundsätzliches Schema zur Planetenklassifizierung.
Jana: Also für Sterne haben wir das ja.
Jana: Sagen wir, ja, das ist ein G-Stern oder hier roter Riese oder weiß ich nie was.
Jana: Planeten ist immer so ein bisschen,
Jana: ja, kommt drauf an, was man da auch persönlich für Vorlieben hat.
Evi: Persönlich für Vorlieben hat, das klingt so, als würdest du gleich wieder die
Evi: Pluto-Diskussion aufmachen.
Jana: Ja gut, das ist dann nochmal die Frage, was ist überhaupt, was gilt überhaupt als Planet?
Jana: Ja, aber es ist tatsächlich ein bisschen so. Ich habe da so einen persönlichen
Jana: Pet-Peef, glaube ich, sagt man da dazu,
Jana: dass es ganz viele Paper gibt zu Exoplaneten, wo Leute halt die Bezeichnung
Jana: der Planeten, die sie gefunden haben, die werden halt so gewählt,
Jana: damit es spektakulärer ist.
Jana: Und das ist halt recht frei.
Evi: Okay, das heißt, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist es so gewesen,
Evi: dass als man eben dann die ersten Exoplaneten entdeckt hat, dass man da dann
Evi: auch entdeckt hat, nicht nur, okay, es gibt Exoplaneten an sich,
Evi: sondern da sind Planeten, die so ganz anders sind als die, die wir jetzt aus
Evi: unserem Sonnensystem eigentlich kennen.
Jana: Also es ging ja los mit 51 Pegasi B, der als heißer Jupiter,
Jana: also als Jupiter großer Planet, der wahnsinnig nah an seinem Stern stand,
Jana: also näher als Merkur an der Sonne steht, war schon das erste Ding,
Jana: es war der allererste wirkliche Exoplanet um einen Hauptrhein-Stern,
Jana: der gefunden wurde und das war schon ein...
Jana: Eine Planetensorte, die es bei uns nicht gibt. Also diese heißen Jupiter waren
Jana: damals schon komplett überraschend. Man hat sich dann darauf gestürzt,
Jana: wie kann das überhaupt sein.
Jana: Ich komme gleich nochmal zur Entstehung von den Gasplaneten,
Jana: warum das so seltsam wirkte. Genau, und dann hat man überhaupt erst angefangen,
Jana: sich Gedanken zu machen, ja, wie ordnen wir Planeten überhaupt ein?
Jana: Und man kann sich da eben die Masse angucken, ganz klar. Also die großen Gasriesen
Jana: sind einfach massereicher als die kleinen Gesteinsplaneten.
Jana: Dann geht es aber auch ganz viel um Dichte.
Jana: Also da muss man den Radius mit einbeziehen. Es gibt dann, hat man auch gefunden
Jana: bei den Exoplaneten, sogenannte Superpuffs.
Jana: Die sind sehr, sehr groß, haben aber sehr wenig Masse im Vergleich.
Jana: Also haben Dichten, die sind wahnsinnig niedrig, viel niedriger noch als Saturn.
Jana: Der, glaube ich, bei unserem Sonnensystem die niedrigste Dichte hat.
Jana: Also ganz aufgeblähte Planeten. Dann ist natürlich die Frage,
Jana: was haben die für Oberflächentemperaturen?
Jana: Also eben diese Hot Jupiter sind natürlich anders als die Gasriesen bei uns,
Jana: die ganz kalt sind. Was für Atmosphären gibt es? Da geht es dann Richtung Gesteinsplaneten eher.
Jana: Die Bahnparameter sind natürlich auch wichtig. Also im Sonnensystem haben wir
Jana: lauter Planeten, die mehr oder weniger fast kreisförmige Bahnen ziehen.
Jana: Das ist aber in anderen Systemen ganz anders. Da haben wir sehr große Exzentrizitäten.
Jana: Der Stern steht ja immer, der steht ja nicht im Mittelpunkt von so einer Ellipse,
Jana: sondern in einem der Brennpunkte und dann haben wir also Planeten,
Jana: die von extremer Hitze zu extremer Kälte gehen auf ihrer Bahn und dann ist natürlich
Jana: auch sowas wichtig wie Albedo, also wie viel reflektieren die,
Jana: also das hängt dann natürlich aber auch mit der Atmosphäre zusammen.
Jana: Und all das kann eben ein Planeten ganz zu was anderem machen.
Jana: Es gibt einen Versuch und ich würde sagen, das hat sich so ein bisschen durchgesetzt,
Jana: auch gerade jetzt bei der Exoplanetenforschung, wenn man rein sich die Masse
Jana: anguckt, einfach mal grundsätzlich zu sagen, was sind das für Planeten.
Jana: Und da gibt es ein Paper von Tromi et al. von 2019, die haben mal so eine Kategorisierung
Jana: aufgestellt, dass sie sagen, erdähnlich ist alles unter zwei Erdmassen.
Jana: Dann haben wir die Supererden, die sind so zwischen zwei und zehn Erdmassen.
Jana: Dann haben wir den Mini-Neptun, die sind so zwischen, also so einer Supererde
Jana: und aber unter einer Neptunmasse.
Jana: Also bis zu höchstens 20 Erdmassen ungefähr.
Jana: Dann haben wir die Neptune, das ist dann eben sowas unter einer Saturnmasse.
Jana: Da sind wir so bei 100 Erdmassen.
Jana: Dann gibt es den Super-Neptun, das ist dann sozusagen immer noch unter einer
Jana: Saturnmasse, aber eben mehr als Neptun.
Jana: Und dann eben die Riesen, die sind eben so in dieser Kategorie Jupiter und Saturn,
Jana: dürfen aber nicht mehr als 13 Jupitermassen haben, weil dann werden sie bekanntermaßen
Jana: zum braunen Zwerg. Dann sind sie kein Planet mehr.
Jana: Und da gibt es eben noch diese Hot-Version von all diesen Kategorien.
Jana: Also es gibt Hot-Neptune und Hot-Super-Neptune und so weiter.
Jana: Das hat dann mehr was mit der Temperatur zu tun.
Evi: Ich will jetzt nicht da kritisch sein, aber sehr kreativ ist diese Namensvergabe nicht gewesen, oder?
Jana: Nein. Nein, also man sieht eben wieder mal, dass wir Menschen nur von uns selber ausgehen können.
Jana: Ja schon. Und man hat natürlich so, was gibt es bei uns im Sonnensystem?
Jana: Okay, und demnach kategorisieren wir alles andere.
Jana: Genau, und gerade diese Mini-Neptune, zu denen komme ich ganz am Schluss nochmal,
Jana: die sind tatsächlich die Riesenüberraschung.
Jana: Das kann ich vielleicht so schon mal vorwegnehmen.
Jana: Das ist ja wieder eine Kategorie, die komplett fehlt.
Jana: Bei uns gibt es nichts im Sonnensystem zwischen Erde und Neptun.
Jana: Das ist eine Massenlücke sozusagen.
Jana: Und das Erstaunliche ist, nicht nur haben wir diese Mini-Neptune oder Supererden
Jana: vielleicht, das ist auch die Frage, wo hört das eine auf, wo fängt das andere
Jana: an, gefunden, sondern es stellt sich heraus, das ist wahrscheinlich der häufigste
Jana: Planetentyp in der Milchstraße.
Evi: Ja, sagt man Leute, wir haben den nicht.
Jana: Und wir haben keinen. Frechheit.
Jana: Es ist eine Frechheit und keiner weiß warum. Und deswegen wissen wir auch nicht
Jana: so viel über die Entstehung von denen, weil wir die halt nicht selber so nah
Jana: überprüfen konnten wie jetzt die anderen Planeten.
Jana: Und ja, die sind eben so ein bisschen mysteriös. Und auch die Frage,
Jana: warum fehlt der bei uns? Das ist ein bisschen erstaunlich.
Jana: Aber wenn wir nochmal kurz auf die Gasriesen jetzt einfach oder Gasplaneten
Jana: eingehen. Ich habe ja gesagt, eigentlich ist es relativ intuitiv.
Jana: Gasriese heißt einfach große Gasschichten. Ich kann nicht drauf rumlaufen,
Jana: nicht wirklich aussteigen und habe eine feste Oberfläche unter den Füßen, sondern es ist eben Gas.
Jana: Der Großteil der Masse ist eine Mischung aus hauptsächlich Wasserstoff und Helium.
Jana: Die haben dann meistens so Spuren von ein bisschen schwereren Elementen auch.
Jana: Aber es ist natürlich so, dass die Dichte durchaus ansteigt, die tiefer man geht.
Jana: Also einfach klar, weil dann mehr Masse lastet. Man definiert die Oberfläche
Jana: von Gasriesen, also auch bei Jupiter und Saturn.
Jana: Das ist ja sehr schwierig, weil es ist ja alles irgendwie Atmosphäre.
Jana: Und man sagt immer so, ja, die Oberfläche ist dort, wo ein Bar ist.
Jana: Also eine Erdatmosphäre und Druck herrscht sozusagen, aber das ist komplett
Jana: arbiträr gesetzt, weil Oberfläche gibt es eigentlich nicht bei denen.
Jana: Je tiefer man eben geht, desto dichter wird dieses Gas zusammengedrückt.
Jana: Dann gibt es eben diese, ja es sind bis heute eigentlich noch mehr Theorien,
Jana: weil wir offensichtlich noch keine Sonde irgendwie in die Tiefen des Jupiter
Jana: schicken konnten, weil die da zerdrückt werden.
Jana: Aber man geht davon aus, dass die Gase, gerade der Wasserstoff,
Jana: sehr komische Eigenschaften bekommen, wenn die unter sehr hohem Druck stehen.
Jana: Und dann gibt es eben den metallischen Wasserstoff, davon hast du sicher auch
Jana: schon mal gehört, der dann in den Tiefen zum Beispiel von Jupiter vorliegen soll.
Evi: Also das finde ich ja ganz spannend. Die Tiefen des Jupiters finde ich sehr, sehr faszinierend.
Jana: Total. Ja, weil es auch wirklich diese Blackbox ist. Wir kommen nicht wirklich ran.
Jana: Man kann das, also man kommt halt nur mit der Theorie weiter.
Jana: Man geht davon aus, auch mit den Messungen, die wir haben von unseren eigenen
Jana: Sonden, also Juno und Cassini, die Jupiter bzw.
Jana: Saturn waren, nach dem, was die an Daten sammeln konnten, dass es durchaus einen festen Kern gibt.
Jana: Aber wahrscheinlich ist dieses felsige Material von einem paar erdmassenschweren
Jana: Kern, das ist wahrscheinlich gelöst in diesem metallischen Wasserstoff.
Jana: Also metallischer Wasserstoff heißt im Prinzip, der Wasserstoff steht unter
Jana: so hohem Druck, dass er metallische Eigenschaften bekommt, also vor allem leiteter
Jana: Strom. Man hat versucht, metallischen Wasserstoff im Labor herzustellen.
Jana: Soweit ich das jetzt nachlesen konnte, glaubte man mal, man hätte es geschafft, aber dann doch nicht.
Jana: Also die Druckfelder sind enorm, sodass wir selbst in Laboren Probleme haben, das nachzustellen.
Jana: Und man geht eben davon aus, dass dieser felsige Kern, dass das nicht wirklich
Jana: so eine Kugel ist, wie man sich es vorstellt.
Jana: Und dann beginnt da außenrum die große Gasschicht, sondern dass dieses Material
Jana: sich löst im Wasserstoff und dann auch der Kern keine wirkliche feste Oberfläche hat.
Jana: Also das ist alles sehr, ich sage immer exotisch.
Jana: Das sind so Zustände von Elementen, mit denen wir in unserem Alltag gar nichts
Jana: zu tun haben, weil die Drücke eben so enorm sind.
Jana: Die riesig sind. Man kommt da eben hauptsächlich nur mit Theorie weiter,
Jana: weil wir bis jetzt noch nichts bauen konnten, was solchen enormen Zuständen
Jana: standhalten könnte, geschweige denn da irgendwelche Daten zurück zur Erde zu schicken.
Jana: Also wir müssen das von außen angucken und dann unsere Theorien weiterspinnen.
Evi: Das heißt, was hält die dann so zusammen? Ist das dann quasi durch die Rotation
Evi: und durch den Gravitationsdruck?
Jana: Vor allem bei den beiden Großen, bei Jupiter und Saturn, das ist die,
Jana: ich komme nachher noch kurz auf die Entstehung, das ist dieser Runaway-Effekt.
Jana: Also irgendwann, wenn die Masse des Gases, die Masse des Kerns übersteigt,
Jana: dann zieht es sich sozusagen unter seiner eigenen Gravitation noch immer weiter.
Jana: Also das ist wirklich dann so viel Masse, obwohl es nur leichtes Gas ist,
Jana: aber es ist halt eben so viel, dass es so viel Gravitation ausübt,
Jana: dass es sich zusammenhält.
Jana: Die beiden Gasriesen rotieren sehr, sehr schnell. Also Jupiter und Saturn.
Jana: Der Jupiter hat eine Rotationsperiode von, glaube ich, nur zehn Stunden oder so.
Jana: Was tatsächlich dazu führt, dass er an den Polen so leicht abflacht und nach
Jana: außen ein bisschen sich wölbt durch die Fliehkräfte tatsächlich.
Jana: Aber die Gravitation kann das trotzdem kompensieren. Also der Jupiter verliert
Jana: keine Masse, obwohl er sich wirklich enorm schnell um sich selbst dreht.
Jana: Wenn man sich im Sonnensystem die vier Großen anguckt, im Gegensatz zu den vier
Jana: Kleinen, fällt natürlich auch auf, die großen Planeten haben alle ein Ringsystem,
Jana: also nicht nur Saturn, der hat natürlich das größte, dollste.
Jana: Aber Jupiter und auch Neptun und Uranus haben Ringsysteme einfach aufgrund ihrer Masse.
Jana: Die ziehen halt einfach Kram an aus ihrer Umgebung und dann bleibt es dort,
Jana: weil die halt enorm tiefe Gravitationspotenziale haben.
Jana: Und da kommt man nicht so leicht weg davon.
Jana: Und sie haben natürlich, merkt man auch sofort, deutlich mehr Monde.
Jana: Also wir sind ja mit der Erde im inneren Sonnensystem die Einzigen,
Jana: die einen wirklich ordentlichen Mond haben.
Evi: Ich meine, Mars, ja.
Jana: Phobos und Deimos.
Evi: Unsere sehr, sehr groß.
Jana: Mehr so eingefangene Kartoffeln. Genau. Und unser Mond ist halt wirklich sehr,
Jana: sehr groß, stellt da eher die Ausnahme dar.
Jana: Ist, glaube ich, sogar der vierte größte Mond im Sonnensystem überhaupt,
Jana: was ich immer ganz wild finde, wenn man sich anschaut, wie groß die anderen Planeten sind.
Evi: Ich habe mir als Kind immer gewünscht, also ich hätte es total schön gefunden,
Evi: wenn wir mehrere Monde haben. Ich glaube, ich habe das irgendwann einmal bei den Evox gesehen.
Jana: Das wäre schön, ja. Das muss auch einfach toll ausschauen vom Nachthimmel her.
Evi: Ja, schon, gell?
Jana: Wäre ich auch dafür. Ja, genau. Also das ist eben bei Gesteinsplaneten weniger oft so.
Jana: Da gibt es verschiedene Gründe, aber man kann es sich auch grundsätzlich herleiten.
Jana: Die Erde hat nicht die Gravitation, um so wahnsinnig viel in ihrer Umlaufbahn
Jana: zu halten, entstehen zu lassen. Wir haben ja noch diese Pseudomonde.
Jana: Von denen gab es jetzt mal in den Nachrichten diese kleinen Brocken,
Jana: die da irgendwie im Umlauf sind.
Jana: Die Gasriesen haben halt eben teilweise, ich glaube, bei Saturn sind wir inzwischen
Jana: bei über 100 Monden, die bekannt sind.
Jana: Haben eben sehr, sehr viele Trabanten. Die rotieren sehr, sehr schnell.
Jana: Auch Uranus und Neptun sind relativ fix unterwegs.
Jana: Und durch diese...
Jana: Eben sehr tiefen Gasstrukturen, die die haben, die dann hunderte,
Jana: tausende Kilometer in die Tiefe gehen, hat man eben diese ganz komplizierten,
Jana: abgefahrenen Windstrukturen in den Atmosphären.
Jana: Beim Jupiter sieht man es besonders gut, die Bänder, das sind diese Ost-West-Bänder,
Jana: die unterschiedliche Farben haben und da hat man diese differenzielle Rotation.
Jana: Also der Jupiter dreht sehr schnell und die Windgeschwindigkeiten und die Materieströme
Jana: innerhalb dieser Bänder, die sind dann teilweise langsamer oder schneller.
Jana: Die drehen sich teilweise, also geht der Wind sozusagen gegen die Rotationsrichtung des Jupiter.
Jana: Der Jupiter dreht sich ja, wenn man von oben drauf schaut auf den Nordpol,
Jana: gegen den Uhrzeigersinn und die Materieströme gehen da teilweise im Uhrzeigersinn.
Jana: Also das ist wirklich ein ganz komplexes, dynamisches System.
Evi: Klingt sehr wild, ja.
Jana: Ja, genau. Also es ist, deswegen verwirbelt sich auch viel.
Jana: Man kennt ja den roten Fleck vom Jupiter, der große Wirbelsturm,
Jana: der da seit Jahrhunderten steht.
Evi: Der wird ja angeblich schwächer.
Jana: Ja, genau. Also der wird nicht dauerhaft sein. Der war auch,
Jana: glaube ich, nicht, ich habe vergessen, nachtest du schon, wie lange der schon existiert.
Jana: Aber ich glaube, es sind erst ein paar, zehn, hunderttausend Jahre irgendwie
Jana: sowas davon ausgeht, dass der überhaupt da ist.
Jana: Und der wird auch irgendwann wieder verschwinden. Da merkt man eben,
Jana: dass das sehr dynamische Planeten sind.
Jana: Man hat glaube ich auch, bevor die Voyager-Sonde zum ersten Mal nahe der Gasriesen
Jana: war, wusste man gar nicht, dass da so viel Bewegung drin ist.
Jana: Also man dachte immer so, ja, der Jupiter ist so ein gestreifter Planet,
Jana: keine Ahnung, das ist halt die Farbe von dem. Aber Voyager hat ja dann wirklich
Jana: Fotoserien gemacht, wo man gesehen hat, dass sich innerhalb von Minuten die
Jana: Oberfläche stark verändert.
Jana: Und das sind eben diese Winde, enorme Windgeschwindigkeiten.
Jana: Man kann es sich ein bisschen so merken, man teilt die Jupiterbänder in Zonen und Gürtel ein.
Jana: Die Zonen sind hell und Hochdruckgebiete, also da kommen die Winde von unten
Jana: nach oben und die Gürtel sind die Zonen.
Jana: Dunklen Bänder. Da sind Tiefdruckgebiete und da gehen die Winde von oben nach
Jana: unten in die Tiefen wieder hinein.
Jana: Also da tauscht sich das alles auch ständig aus.
Jana: Und es gibt sogar Gewitter auf Jupiter und Saturn. Also man hat da wirklich
Jana: auch Blitze beobachtet.
Evi: Also abgesehen davon, dass man ja eh nicht darauf landen kann.
Evi: Allein diese ganzen Sachen würden ja eine Landung schon schwierig machen.
Jana: Genau, also allein schon so, wenn man sich über Stationen in den oberen Atmosphärenschichten
Jana: von Gasriesen Gedanken macht, gibt es enorm viel, was da sehr gefährlich wäre.
Jana: Aufwinde, Abwinde, enorme Stürme. Dann haben die natürlich gravierende Strahlung
Jana: auch. Das darf man immer nicht unterschätzen.
Jana: Also ich muss ja immer an Star Wars denken, an diese Minenstation.
Jana: Die sitzen ja in irgendeinem Gasriesen, glaube ich, da, wo Lando Calrissian wohnt.
Jana: Das ist gar nicht so einfach, da eine Station aufzubauen.
Evi: Für mich war das immer so ein bisschen mehr Venus-Assoziation wegen diesen Wolken.
Jana: Ja, aber vielleicht ist es auch so ein, ich weiß gar nicht, ob es ein Gasriese ist oder so eine.
Jana: Ich weiß das jetzt auch gar nicht. Aber bei der Venus ist es ja im Prinzip auch
Jana: dicke Atmosphärenschichten.
Jana: Das ist immer so ein bisschen, da ist halt viel los.
Jana: Und dann gibt es noch, man redet immer über Jupiter und seinen Fleck und seine tollen Bänder.
Jana: Der Saturn hat auch diese Stürme. Neptun und Uranus übrigens auch,
Jana: da ist das nur nicht ganz so gut sichtbar.
Jana: Also das ist nicht ganz so dynamisch beziehungsweise voneinander abgesetzt einfach.
Jana: Also da ist es mehr einheitlich.
Jana: Der Saturn ist ja auch so ein bisschen weniger gestreift, aber der hat zum Beispiel
Jana: dieses Sechseck, das hast du wahrscheinlich auch schon mal gesehen, an seinem Nordpol.
Jana: Das ist ganz abgefahren, wirklich sehr regelmäßige geometrische Form,
Jana: die das erste Mal von Voyager beobachtet wurde und dann von Cassini auch nachbeobachtet wurde später.
Jana: Was ich total spannend fand, während Cassini bei einem Saturn war,
Jana: das Sechseck hat seine Farbe geändert.
Jana: Es ist von blau zu gelb geworden. Man geht davon aus, dass das durch den Jahreszeitenwechsel kam.
Jana: Also während Cassini dort war, hat das Sechseck dann eben mehr Sonnenlicht bekommen.
Jana: Und dass sich dann da irgendein Dunst gebildet haben muss, der die Farbe ändert.
Jana: Und das Sechseck des Saturns hat eine Seitenlänge von 14.500 Kilometer, also jede Seite.
Jana: Das ist deutlich länger als der Durchmesser der Erde.
Jana: Das ist ein Jetstream aus verschiedenen Gasen, die sich mit 320 kmh bewegen.
Jana: Man hat mit Falschwarbenaufnahmen durch Cassini feststellen können,
Jana: dass es sich da einen Tiefenwirbel gibt, der 10.000 Kilometer unter dieser vermeintlichen Oberfläche liegt.
Jana: Da muss man dann wahrscheinlich versierter Hydrodynamiker sein,
Jana: um das genau berechnen zu können.
Jana: Aber eben durch diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten und die tiefen Stürme
Jana: und die hohen Atmosphärenschichten, dass eben genau dieses wunderschöne geometrische
Jana: Sechseck entsteht, was sich genau mit der gleichen Periode dreht wie das Innere des Saturns.
Jana: Also es scheint da sehr, sehr tief verankert wirklich zu sein.
Evi: Wann hat was da für Dynamiken eigentlich sind, das wirkt alles so ruhig.
Jana: Oder?
Evi: Und dann ist da eigentlich die totale Dynamik dahinter.
Jana: Total. Ja, ich glaube auch, weil man, also einerseits sind sie natürlich einfach sehr weit weg.
Jana: Das heißt, wir haben erst sehr spät angefangen, die Gasriesen wirklich genauer zu beobachten.
Jana: Und sie sind uns eben sehr, sehr fremd. Also diese wahnsinnigen dicken Gasschichten,
Jana: das kennen wir natürlich nicht von unserem Planeten und was da alles passiert.
Jana: Es ist ja immer, ich weiß noch, dass ich an der Uni, ich weiß nicht,
Jana: ob es dir da auch genauso ging, dieser Hydrodynamik so gequält wurde,
Jana: weil ich immer dachte, das interessiert mich ja wirklich überhaupt nicht,
Jana: wie sich Flüssigkeiten bewegen.
Jana: Aber du musst es lernen, wenn du verstehen willst, wie sich einerseits natürlich
Jana: in solchen Gasplaneten, aber auch ganze Galaxienhaufen und so weiter,
Jana: das beschreibt man ja auch viel mit eben,
Jana: Also Hydrodynamik, weil das eben dieses komplizierte Verhalten ist.
Jana: Und ja, ich fand es immer nicht so spannend, das alles auszurechnen.
Jana: Aber man braucht es natürlich, wenn man das irgendwie verstehen will, woher das alles kommt.
Evi: Ich bin immer so ein bisschen hin und her gerissen. Also ähnlich ging es mal
Evi: jetzt auch bei Plasmaphysik. Davor übrigens war Hydrodynamik.
Evi: Also das war zweigeteilt dieses Semester.
Evi: Ich bin nämlich einerseits ganz bei dir, weil es halt irgendwie lame und mühsam
Evi: und Dings. Und gleichzeitig ist es aber dann, wenn man es aus einer gewissen
Evi: Perspektive vielleicht betrachtet, fand ich es dann wieder total spannend,
Evi: dass du aber bestimmte Sachen ausrechnen kannst.
Evi: Dass du dir halt ausrechnen kannst, wie das Magnetfeld sein muss,
Evi: damit du diese Dynamiken hast, damit sich die Teilchen dann so bewegen und was
Evi: für Effekte du da hast, wohin die wie abgelenkt werden. Einerseits ist es ja total cool.
Jana: Ja, ja, total. Also, dass wir es vor allem einfach berechnen können,
Jana: Dass wir dieses Werkzeug der Hydrodynamik hernehmen können, um zu sagen,
Jana: okay, wie bewegen sich eben ganze Galaxiencluster.
Jana: Das ist natürlich schon sehr, sehr spannend. Aber es ist aber auch mühsam,
Jana: weil es ein hochkomplexes System immer sofort ist und dann hast du diese ganzen
Jana: Gasschichten, die sich also unterschiedlich schnell bewegen und dann haben die
Jana: unterschiedliche Temperaturen und Hut ab auf jeden Fall vor den Leuten,
Jana: die das genau ausrechnen und dann wirklich zu dem Schluss kommen,
Jana: okay, jetzt haben wir verstanden, warum es zu diesem Sechseck kommt beim Saturn zum Beispiel.
Evi: Und das finde ich, das macht es ja dann wieder spannend, oder?
Jana: Ja, ja, total.
Evi: Ich glaube, wenn man sich da eine gute Motivation zurechtlegt,
Evi: das denke ich mir auf der Uni oft, wo ich mir denke, hey, wir machen eigentlich
Evi: gerade was total Cooles.
Evi: Warum verkauft es einem das nicht viel cooler? Warum macht ihr das so,
Evi: dass ich gleich vom Sessel falle?
Jana: Warum ist das so trocken?
Evi: Ja, schon.
Jana: Ich weiß, bei mir war das mal mit, ich hatte eine ganze Vorlesung über Staub.
Jana: Das klingt doch spannend. eigentlich.
Jana: Genau, also es war auch teilweise eben so ein bisschen so, oh ja,
Jana: okay, der Staub und jetzt muss ich da irgendwie lernen mit dem,
Jana: wie sich da Moleküle festsetzen, aber eigentlich ist es halt die Grundlage von allem.
Jana: Also man sagt, ja, der Staub und den brauchst du dann, damit überhaupt diese
Jana: größeren Moleküle entstehen können und so weiter.
Jana: Aber ja, das ist halt vom reinen Thema her erstmal muss man sich da eben die
Jana: richtige Motivation ausdenken, um das mit Freude zu lernen.
Evi: Ja, genau.
Jana: Ja, und diese Dynamiken, die sind natürlich auch ganz, ganz wichtig bei der
Jana: Entstehung. Also wir haben im Prinzip immer noch zwei.
Jana: Ja, ich tue mich immer so ein bisschen schwer, sie konkurrierend zu nennen.
Jana: Ich glaube nämlich, dass diese zwei Entstehungsszenarien gerade für die Gasriesen
Jana: wahrscheinlich beide irgendwo richtig sind.
Jana: Es ist halt eine Mischung. Also es gibt diese Kernaggregation,
Jana: dass man sagt, naja, du hast zuerst in der protoplanetaren Scheibe um einen
Jana: großen Stern herum, hast du kleine Keime aus felsigem Material,
Jana: eben schwere Elemente und die wachsen,
Jana: werden zu so ein paar erdmassenschweren Kernen und durch die Gravitation,
Jana: die dann entsteht, weil du eben dann diesen großen Keim hast,
Jana: ziehen sie dann das viele Gas an, was in der äußeren Scheibe vorhanden ist.
Jana: Und da kommt dann auch wirklich der Punkt rein, wo man sich bei den heißen Jupitern
Jana: zuerst an den Kopf gefasst hat und gesagt hat, wie können die denn überhaupt sein?
Jana: Denn die protoplanetaren Scheiben, die sind ja keilförmig, also die werden nach außen hin breiter.
Jana: Es liegt vor allem daran, dass nah am Stern können sich diese flüchtigen Elemente
Jana: eben gerade sowas wie Wasserstoff nicht halten, weil der junge Stern mit seiner
Jana: Strahlung die verscheucht.
Jana: Und nur draußen ist so viel Gas vorhanden, dass sich diese gewaltigen Planeten bilden können.
Jana: Und da war eben die Frage, als man 51 Pegasi B gefunden hatte,
Jana: wie zur Hölle kann ein so großer Planet so nah an seinem Stern entstanden sein.
Jana: Und man geht eben heute größtenteils davon aus, es gibt schon noch ein paar
Jana: andere Theorien, aber ich glaube, die, die sich am meisten hält,
Jana: der ist draußen entstanden und dann nach innen reingezogen.
Jana: Also diese Migration, die eben ein bisschen heftiger verlaufen kann,
Jana: als wir vielleicht vorher dachten.
Jana: Also wir wussten auch, dass die Gasriesen im Sonnensystem wandern oder gewandert
Jana: sind, aber dass so ein Gasriesen komplett nach innen wandert.
Jana: Damit hatte man, glaube ich, nicht direkt gerechnet.
Jana: Aber offensichtlich passiert es oft genug. Das andere ist die Scheibeninstabilität.
Jana: Im Prinzip ist die ja eine ähnliche Theorie, dass man halt sagt,
Jana: es gibt lokale Instabilitäten in der Scheibe und Gas und Staub kollabieren da
Jana: eben unter ihrer eigenen Masse. Also gibt es ganz tolle Simulationen,
Jana: wo das dann so schöne Strudel wirklich bildet in der Scheibe.
Jana: Die festen und schweren Elemente, die drin sind, die sinken dann relativ schnell
Jana: nach innen. Die leichten Elemente schwimmen oben auf.
Jana: Und dann hat man eben in dieser Theorie entwickeln sich etwas kleinere Planetenkerne
Jana: als bei dieser Kernaggregation.
Jana: Der Jupiterkern mit 14 bis 18 Erdmassen, soweit man ihn jetzt von außen berechnen
Jana: konnte, ist eigentlich zu groß für diese Scheibeninstabilität.
Jana: Aber ich denke mir immer mehr, wahrscheinlich ist es halt irgendein Mittelding.
Jana: Du hast eine lokale Instabilität, dann bildet sich da irgendwie so ein Keim
Jana: raus, dann wird der halt so und so groß, dann werden weitere Materialien angesammelt,
Jana: dir sinken dann natürlich die schweren nach innen und dann hat man wahrscheinlich
Jana: so eine Mischung aus den beiden Entstehungstheorien.
Evi: Du hast das jetzt eh schon zum Teil beantwortet, aber mein Eindruck ist ja schon
Evi: so ein bisschen, ich weiß jetzt nicht, ob das stimmt oder nicht,
Evi: dass wir schon eigentlich eine ganz gute Vorstellung hatten,
Evi: wie eben Gesteinsplaneten entstehen und eben die Gasplaneten bei uns im Sonnensystem.
Evi: Im Inneren sind ja die Gesteinsplaneten, außen haben wir die Gasriesen.
Evi: Das ist ja auch alles aufgrund der Entstehung, wo sie ja entstanden sind.
Evi: Und dann hat man eben diese ganzen Exoplaneten entdeckt und du hast ja auch
Evi: am Anfang gesagt, da waren ja dann plötzlich auch Planeten dabei,
Evi: die wir jetzt so gar nicht kannten.
Evi: Weil es die ja bei uns eben nicht gibt. Und inwieweit ist da so ein bisschen
Evi: unser Erklärungsmodell dann auch in Not geraten?
Jana: Also es ist natürlich ein bisschen in Not geraten, beziehungsweise es musste
Jana: halt einfach angepasst werden.
Jana: Aber am Ende muss man auch sagen, dass die Exoplanetenforschung dieses Auffinden,
Jana: vor allem auch von Systemen in verschiedenen Alterskategorien,
Jana: dass wir auch wirklich sehr, sehr junge Planetensysteme gefunden haben,
Jana: haben dazu beigetragen, dass wir unsere Entstehungstheorien verfeinern und schleifen
Jana: konnten, weil wir endlich mehr Beispiele hatten.
Jana: Das sage ich ja auch immer, wenn es um Leben im All geht. Wir tun uns so wahnsinnig
Jana: schwer herauszufinden, wie Leben entstanden ist, weil wir nur dieses eine Beispiel
Jana: haben von Leben auf der Erde.
Jana: Es wäre halt enorm hilfreich, wenn wir sehen könnten, da drüben ist es so passiert
Jana: oder da schauen die so aus.
Jana: Also klar, das musste überarbeitet werden. Man hat natürlich dann auch Theorien
Jana: versucht, man hat sich da auch dran gewagt zu sagen, vielleicht ist das falsch,
Jana: vielleicht verstehen wir protoplanetare Scheibenwirkungen.
Jana: Nicht richtig. Es hat sich dann, als wir angefangen haben, Sterne zu finden
Jana: mit eben noch ihren Scheiben um sich rum, hat sich das eigentlich eher verstärkt,
Jana: dass man sagt, naja, die Gasriesen müssen eigentlich draußen entstehen.
Jana: Aber in ganz vielen Bereichen haben die Exoplaneten uns ein bisschen Steine
Jana: in unsere Theorien reingeschmissen, die dann aber halt dazu geführt haben,
Jana: dass wir ein besseres Verständnis entwickeln konnten. Und unsere Theorien waren ja nicht falsch.
Jana: Also das war ja nicht komplett abwegig, wie wir vor den ersten Exoplaneten angenommen
Jana: haben, dass Planeten generell entstehen.
Jana: Es war vielleicht nur noch nicht ganz so weitsichtig. Wir waren ein bisschen
Jana: engstirnig vielleicht.
Evi: Ich kann mir das schon vorstellen, dass da die Überraschung groß war.
Evi: Ich meine, es ist ja klar, dass wir ja am Anfang nur so große Hot Jupiters etc.
Evi: Entdecken haben können. Also einfach auch aufgrund der technischen Möglichkeiten.
Evi: Ja, aber das anders, glaube ich, einfach gar nicht möglich war,
Evi: kleinere oder im Gesteinsplaneten zu entdecken. Das heißt, wir mussten mal diese Großen entdecken.
Evi: Und dann aber eben die Überraschung, dass die so nah am Stern sind und dass
Evi: das halt unserem momentanen Konzept halt komplett widersprochen hat.
Evi: Also ich glaube, das war schon eine große Überraschung.
Jana: Auf jeden Fall. Damit hatte, glaube ich, niemand gerechnet. Und genau wie du
Jana: sagst, sie haben sie überhaupt nur gefunden, weil die so einfach zu finden waren.
Jana: Das finde ich auch immer wieder erstaunlich, dass sie damals mit Methoden danach
Jana: gesucht haben, wo sie niemals was hätten finden können, wenn wirklich alle Planetensysteme
Jana: so aufgebaut sind wie das der Sonne.
Jana: Also da hatten sie einfach Glück, dass es sowas gibt wie heißen Jupiter.
Evi: Das ist auch interessant, ja.
Jana: Ja.
Evi: Du findest etwas, woran du gar nicht gedacht hast, dass es das gibt. Okay.
Jana: Genau, was es dir halt super einfach macht, weil es ist so ein Riesenplanet
Jana: ganz nah an seinem Stern. Einfacher geht es ja nicht.
Evi: Dankeschön.
Jana: Genau, absolut. Ja genau und dann hat man natürlich mit dem Aufkommen der Exoplaneten
Jana: und der diversen Gasriesen, die man gefunden hat, angefangen zu kategorisieren.
Jana: Es gibt ja unterschiedliche Gasriesen.
Jana: Also wir haben ja jetzt schon mehrfach gehört, diese heißen gibt es.
Jana: Und dann gibt es aber auch so lauwarme Gasriesen.
Jana: Und da gibt es jetzt eine schöne Gasriesen-Klassifikation von David Sodarsky.
Jana: Das ist ein US-amerikanischer Astronom an der University of Arizona.
Jana: Und der hat, wie viele sind es, fünf Kategorien von Gasriesen festgelegt.
Jana: Bevor wir uns diese ganzen Kategorien anschauen, machen wir aber nochmal eine ganz kurze Pause.
Jana: So, bist du bereit für die fünf Gasriesenkategorien?
Evi: Ja, ich bin schon ganz gespannt. Ich sitze auf Nägeln quasi.
Jana: Sehr gut. Ja, also die erste Klasse 1, das ist auch tatsächlich die einzige
Jana: Klasse, die vertreten ist im Sonnensystem.
Jana: Das sind Gasriesen mit Ammoniakwolken. Das liegt einfach daran,
Jana: dass sie sehr kalt sind und da ist eben die Möglichkeit für diese Spuren von
Jana: den schweren Elementen Wolken zu bilden.
Jana: Und die Wolken, die wir eben sehen bei Jupiter und auch bei Saturn,
Jana: das sind Ammoniakwolken.
Jana: Temperaturen liegen unter 150 Kelvin und das ist Klasse 1. Das sind die Gasriesen,
Jana: die es bei uns im Sonnensystem gibt.
Jana: Und dann kommen wir zu Klasse 2. Da sind wir ein bisschen wärmer.
Jana: Da gibt es keine Ammoniakwolken, sondern tatsächlich Wasservolken.
Jana: Finde ich ganz, ganz spannend. Also wirklich Wolken wie auf der Erde.
Jana: Die schauen dann auch ein bisschen anders aus, diese Gasriesen.
Jana: Das ist natürlich alles bisher nur künstlerisch dargestellt worden,
Jana: weil wir keine Fotos von Sonaraufnahmen von Gasriesen aus anderen Systemen haben.
Jana: Aber die sind wirklich wattiger aus, weißere Wolken. Es ist nicht ganz so gelb,
Jana: braun, rot wie bei Jupiter und Saturn.
Evi: Jetzt bin ich ein bisschen enttäuscht, dass bei uns diese giftig klingenden
Evi: Ammoniakwolken sind und bei uns gibt es keine Wasserwolken. Das finde ich klingt viel cooler.
Jana: Ja, das ist fast schade.
Jana: Also ich glaube, die schauen sehr schön aus. Die sind also mehr so Richtung
Jana: Blau-Weiß-Gasriesen und eben wirklich Wolkenstrukturen, wie wir sie von der
Jana: Erde kennen, nur eben bei so einem Riesenplaneten.
Jana: Dann gibt es tatsächlich eine Kategorie Temperaturbereich, wenn die eben noch
Jana: näher an ihren Sternen gerückt sind, zwischen 350 und 800 Kelvin, da sind die wolkenlos.
Jana: Und da schauen dann diese großen Gasriesen ein bisschen so aus,
Jana: wie wir Uranus und Neptun kennen. Also so azurblaue Kugeln aufgrund von Raleigh-Scattering.
Jana: Also das ist der gleiche Grund, warum der Himmel bei uns auf der Erde blau ist
Jana: und dadurch, dass Methan vorhanden ist, ja auch in diesem Gasgemisch und das
Jana: ist eben ein Gas, was dieses blaue Licht zurückwirft. Die sind relativ nah an
Jana: ihrem Stern dran, also braucht man schon relativ hohe Temperaturen.
Jana: Und dann kommt man irgendwann in die Temperaturbereiche bei der Klasse 4 und 5.
Jana: Da wird es so heiß, dass die Alkalimetalle, also sowas wie Natron oder Calcium,
Jana: das werden immer mehr. Also die Klasse 4 ist so ein bisschen eine Mischung.
Jana: Also da haben wir so einen blauen Untergrund im Prinzip, der durchmischt ist
Jana: von so einer Flüssigkeit, schaut das fast aus, von eben diesen Alkalimetallen,
Jana: die dann mehr so eine dunkle Farbe aufweisen.
Jana: Also wir haben dann in den tiefen Bereichen des Planeten haben wir Wolkenschichten
Jana: wirklich aus Silikaten und Eisen.
Jana: Also da wird es so heiß, dass es tatsächlich gasförmige, schwere Elemente gibt.
Jana: Und dann kommt man eben tatsächlich auf die Klasse 5. Das sind dann wirklich
Jana: über 1400 Kelvin heiß, also wirklich ganz, ganz heiße Jupiter.
Jana: Und die haben Wolkenschichten aus Klasse.
Jana: Eisen. Das finde ich immer für mich, also die Vorstellung, dass es irgendwo
Jana: so heiß ist, dass das Eisen aufsteigt und Wolken bildet und teilweise dann auch
Jana: abregnen dürfte, also mit flüssigem Eisen.
Evi: Das sind dann richtige Strange New Worlds. Warum sind denn die eigentlich so
Evi: heiß? Hast du das vorhin gesagt? Ich weiß jetzt gerade gar nicht.
Jana: Die Klasse 1 ist sozusagen die über uns, die kaum migriert sind und dann muss
Jana: man eben davon ausgehen, dass es Planeten gibt, die eben immer näher an ihren
Jana: Sternen herangerückt sind bis eben zur Klasse 5, die dann eben auf Bahnen sind.
Jana: Das ist ja dann teilweise so, dass dieser Planet fast gefressen wird von seinem
Jana: Stern, weil er so nah herangerückt ist.
Jana: Und wir haben für jede dieser Klassen wirklich auch Beispiele inzwischen von
Jana: Exoplaneten. Also die existieren da draußen tatsächlich.
Jana: Vielleicht ganz zum Schluss noch kurz die Eisriesen. Warum dürfen jetzt Uranus
Jana: und Neptun nicht mehr mitspielen?
Evi: Ja genau, vollgemein schon wieder.
Jana: Richtig fies. Es liegt tatsächlich am Wasserstoffgehalt. Also Jupiter und Saturn
Jana: haben 90 Prozent ihrer Masse sind Wasserstoff.
Jana: Und bei Neptun und Uranus sind es, Achtung, nur 80 Prozent.
Evi: Naja, das geht dann nicht mehr.
Jana: Das geht dann nicht mehr. Ja, die schauen halt einfach ein bisschen anders aus.
Jana: Die haben höhere Methananteile. Da kommt dann die blaue Farbe her.
Jana: Und Eis, da verbindet man natürlich immer Wassereis damit in unserem alltäglichen Denken.
Jana: Aber Eis ist auch sowas wie Ammoniak oder Methan, also flüchtige Elemente,
Jana: die eben sehr kalt vorliegen.
Jana: Und aus denen haben sich Uranus und Neptun eben mehr gebildet,
Jana: dass es einfach mehr vorhanden in diesen Planeten.
Jana: Und deswegen haben sie ihre eigene Kategorie aufgemacht und heißen Eisriesen
Jana: und gehören nicht wirklich zu den Gasplaneten dazu.
Jana: Obwohl sie natürlich auch keine Gesteinsplaneten sind.
Evi: Findest du das irgendwie Haarspalterei oder ist das okay, dass man gesagt hat,
Evi: dass das eigentlich keine Gasriesen sind, sondern Eisriesen?
Jana: Ich finde es eigentlich okay. Ich glaube gerade, weil man schon merkt,
Jana: dass Uranus und Neptun ja zueinander
Jana: sehr ähnlich sind, aber gar nicht so ausschauen wie Jupiter und Saturn.
Jana: Allein daran merkt man schon, das sind schon andere Planeten,
Jana: die haben auch ein bisschen eine andere Entstehungsgeschichte.
Jana: Also ich meine, natürlich wirkt es
Jana: erstmal lächerlich, 90 oder 80 Prozent Wasserstoff, wen interessiert es?
Jana: Aber es führt dann eben schon zu anderen Dynamiken und auch,
Jana: dass sie nicht so riesig geworden sind, weist ja auch darauf hin,
Jana: dass sie ein bisschen andere Entstehungszyklen haben oder dass sie eben mehr
Jana: durch dieses Eise dominiert werden.
Evi: Okay, also ist das gerechtfertigt.
Jana: Genau. Nächstes Mal machen wir weiter mit unseren Gesteinsplaneten und vielleicht
Jana: nur als kleiner Teaser. Ich hatte ja vorhin schon gesagt, die Mini-Laptor.
Evi: Cliffhanger.
Jana: Also Cliffhanger, ja. Die sind nämlich wirklich was Einzigartiges.
Jana: Ich sage immer, wenn ich schlecht drauf bin, Supererden sagen Leute in ihren
Jana: Papern, wenn sie eigentlich Mini-Neptune meinen, aber ihr Paper besser verkaufen
Jana: wollen. Weil Supererde klingt halt wie eine Supererde.
Jana: Und Mini-Nepton klingt immer so ein bisschen öh. Aber wirklich ganz,
Jana: ganz spannender Planetentyp, weil nach allem, was wir bisher wissen,
Jana: dürfte es sein, dass das Planeten sind, die Ozeane haben auf einer Oberfläche.
Jana: Also die haben eine feste Oberfläche, vielleicht sogar wirklich Wasser-Ozeane,
Jana: flüssige Wasser-Ozeane und dann eine enorme Schicht Wasserstoff darüber steht,
Jana: also eine richtig fette Atmosphäre und das führt zu ganz komischen Oberflächenverhältnissen.
Jana: Es führte sogar, und das ist jetzt mache ich den Cliffhanger perfekt,
Jana: bevor ich hier fertig bin,
Jana: Die zu einer ganz großen, ja Skandal ist vielleicht falsch, aber große Kontroverse,
Jana: gerade jetzt vor, ich glaube letztes Jahr, mit einem Planeten,
Jana: wo behauptet wurde, dass das die besten Anzeichen sind für Leben außerhalb der Erde.
Jana: Aber die Tatsache, dass es sich dabei wahrscheinlich um einen Mini-Neptun handelt,
Jana: stellt es natürlich ganz stark in Frage.
Jana: Und auch, wie viel wissen wir über die, wie viel wissen wir nicht über die,
Jana: das werde ich alles, jetzt hätte ich fast gesagt, nach der nächsten Maus,
Jana: beim nächsten Mal werde ich das näher beleuchten.
Evi: Das heißt, schließt sich dadurch dann so die Suche nach, auch seht schon Lebensformen aus.
Evi: Ich muss da auch denken an deine Wasserwolken Klasse 2.
Jana: Ah, die Wasserwolken, ja.
Evi: Klasse 2. Ja, genau, weil die auch so Temperaturen haben, so 150, 250 Kelvin.
Evi: Wolken aus Wassereis, ist es da dann irgendwie möglich, dass man sagt,
Evi: Gibt es da vielleicht irgendwelche Art von Organismen oder sowas?
Jana: Also kann man sich schon vorstellen. Es gibt ja tatsächlich Theorien für Leben
Jana: in diesen hohen Atmosphärenschichten von Gasriesen.
Jana: Ich meine, noch besser ist es natürlich, wenn man irgendwo eine feste Oberfläche hat.
Jana: Also wenn da wirklich ein Wasser-Ozean irgendwo drunter ist.
Jana: Das Problem ist halt wirklich bei den Gasriesen, muss man sich mal vorstellen,
Jana: bei solchen Windgeschwindigkeiten oder so, bei solchen enormen Dynamiken,
Jana: ist es vielleicht nicht so einfach für Lebewesen.
Jana: Aber ja, also Wasser ist immer gut. Könnte man sich schon vorstellen, ja.
Evi: Gut, aber die gängige These ist jetzt schon die, dass man sagt,
Evi: man braucht einen festen Boden.
Jana: Wäre schon positiv. Ja, aber wie gesagt, wir wissen ganz wenig über Leben.
Jana: Wir haben ja nur dieses eine blöde Beispiel. Vielleicht sollte man nicht zu
Jana: sehr von uns auf andere schließen. Wer weiß.
Evi: Okay, ja. Dann bin ich sehr gespannt, was du uns das nächste Mal dann erzählen wirst.
Evi: Vielen Dank auf jeden Fall, dass du uns da heute eingeführt hast in diese spannende
Evi: Welt der Gasplaneten oder der Gasriesen. Ich glaube, dass das auch so etwas
Evi: ist, was man gerne vielleicht übersieht unter Anführungszeichen. Ja, ja.
Evi: Ich finde auch, dass man da also wirklich auch bei jedem Planeten allein bei
Evi: uns nochmal in die Tiefe gehen könnte natürlich und sich die anschauen. Ja, absolut.
Evi: Da halt überall ganz spannende Sachen passieren. Also ja, vielen lieben Dank
Evi: dir und wir wollen uns natürlich auch bei euch bedanken, die uns so toll wieder unterstützt haben.
Evi: Und zwar hat sich Wolfram wieder bei uns bedankt über PayPal für das kosmische
Evi: Vergnügen, das wir offensichtlich bereiten.
Evi: Das freut uns, darum bedanken wir uns.
Evi: Und ja, Martin hat sich auch über PayPal bei uns bedankt. freut uns immer sehr.
Evi: Also wenn ihr uns unterstützen wollt, dann könnt ihr das eben gerne über PayPal
Evi: machen mit einer einmaligen Spende oder auch öfters, wie zum Beispiel Wolfram.
Evi: Oder ihr macht das über ein Abo, das könnt ihr auf Stadio oder Patreon abschließen.
Evi: Da könnt ihr auch die werbefreie Version des Podcasts hören,
Evi: falls ihr daran Interesse habt.
Evi: Und ansonsten könnt ihr uns natürlich gerne schreiben jederzeit.
Evi: Wir sind immer für euch da.
Evi: Falls ihr Fragen habt, Anregungen, Kommentare, dann schickt uns gerne eine E-Mail
Evi: an kontakt.kosmeglatte.at Ihr könnt uns natürlich auch einen Kommentar hinterlassen
Evi: auf unserer Seite kosmoglatter.at oder auf Instagram kontaktieren.
Evi: Da sind wir auch als kosmoglatter.pod erreichbar.
Evi: Und auf Spotify kann man ja auch kommentieren. Also da könnt ihr uns auch erreichen.
Evi: Und ja, ganz wichtig natürlich, hinterlasst uns fünf Sterne,
Evi: empfiehlt uns Freunden und Familien, damit wir weiter wachsen können und weiter
Evi: den Podcast machen können.
Evi: Ansonsten freue ich mich schon, wenn du uns dann das nächste Mal über die Gesteinsplaneten
Evi: spannende Geschichten erzählst. und bis dahin eine gute Zeit euch allen und wir hören uns. Tschüss!
Jana: Ciao!
Jana: Das ist natürlich jetzt länger geworden, als ich gedacht habe.
Evi: Ja, ich wollte nichts sagen.
Jana: Ich glaube, es wird kurz. Nein, nein, nein, du hast völlig recht, aber es ist...
Evi: Wie lange wird es? Nö, ganz kurz.
Jana: Nicht so lang, das ist jetzt hier... Ich rede noch ein bisschen über Gasper.
Jana: Nee, nee, nee, das ist wirklich... Und ich denke mir immer beim Vorbereiten,
Jana: ah, das ist zu kurz, das ist ja schnell erzählt und dann, ja,
Jana: man muss einfach lernen,
Jana: dass es so nicht ist.
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