CL083 Gibt es Sterne aus Antimaterie?
Shownotes
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Live-Termin: 28.04.2026 Auf einen Kaffee im All: Buchpräsentation inkl. Planetariumsshow, Wien Planetarium
In dieser Folge von Cosmic Latte geht es um Antimaterie und eine der faszinierendsten Fragen der Astronomie: Könnte es Antisterne geben? Eva und Elka gehen der Frage nach, was Antimaterie überhaupt ist, wie sie entdeckt wurde und wo sie im Universum entsteht. Außerdem geht es um die große kosmologische Frage, warum unser Universum heute fast nur aus gewöhnlicher Materie besteht bzw. überhaupt existiert.
Ein LKW voll Antimaterie
Ende März ist ein LWK des Europäischen Kernforschungszentrum CERN mit Antimaterie durch die Gegend gefahren. Es war das erste Mal, dass man Antimaterie auf diese Weise transportiert hat. Und Antimaterie klingt zwar nach Science-Fiction, ist aber ganz reale Physik. Für viele Teilchen der gewöhnlichen Materie gibt es ein entsprechendes Antiteilchen: mit derselben Masse, demselben Spin und im Wesentlichen denselben physikalischen Eigenschaften – aber mit entgegengesetzter elektrischer Ladung und umgekehrten Quantenzahlen. Zum Elektron gehört das Positron, zum Proton das Antiproton, zum Neutron das Antineutron. Entsprechend kann es auch Anti-Atome geben, zum Beispiel Antiwasserstoff, bestehend aus einem Antiproton und einem Positron.
Das Besondere an Antimaterie zeigt sich, wenn sie auf normale Materie trifft: Dann kann es zur Annihilation kommen, also zur gegenseitigen Vernichtung. Dabei wird die in den Teilchen gespeicherte Masse gemäß Einsteins Formel E=mc² in Energie umgewandelt – meist in Form von Gammastrahlung oder anderen Teilchen. Die Idee, dass es eine Art Gegenmaterie geben könnte, reicht weit zurück. Schon 1898 spekulierte Arthur Schuster über Sternensysteme aus einer Art spiegelbildlicher Materie. Das war noch keine moderne Teilchenphysik, aber ein bemerkenswerter gedanklicher Vorgriff. Den entscheidenden theoretischen Schritt machte Paul Dirac 1928 mit seiner relativistischen Gleichung für Elektronen. Sie ließ sich so deuten, dass zu jedem Teilchen ein entsprechendes Antiteilchen existieren müsste. Nur wenige Jahre später, 1932, entdeckte Carl D. Anderson tatsächlich das Positron – und zwar nicht in einem Labor, sondern in der kosmischen Strahlung. 1955 wurde dann am Berkeley Bevatron auch das Antiproton experimentell nachgewiesen. Damit war klar: Antimaterie ist nicht nur eine mathematische Kuriosität, sondern Teil der physikalischen Realität.
Heute kann Antimaterie auch künstlich erzeugt werden, etwa am CERN. Dort werden Antiprotonen hergestellt, abgebremst und in speziellen Experimenten untersucht. Forschende konnten sogar Antiwasserstoff erzeugen und kurzzeitig in magnetischen Fallen speichern. Solche Experimente sind technisch extrem anspruchsvoll, denn Antimaterie lässt sich nicht einfach in eine normale Box füllen: Sobald sie mit gewöhnlicher Materie in Berührung kommt, annihiliert sie. Trotzdem ist es gelungen, immer präzisere Messungen an Antimaterie vorzunehmen, etwa zur Frage, ob sie genauso auf Gravitation reagiert wie normale Materie.
Antimaterie, Astronomie und Antisterne
Antimaterie ist aber nicht nur Laborphysik. Sie entsteht auch ganz natürlich im Kosmos: bei energiereichen Prozessen in der kosmischen Strahlung, bei radioaktiven Zerfällen, in Supernovae, in der Umgebung von Pulsaren, Schwarzen Löchern oder aktiven Galaxien. Positronen und Antiprotonen werden im Universum also tatsächlich produziert. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass es dort auch größere Objekte aus Antimaterie gibt.
Genau hier beginnt die spannende astronomische Frage: Könnte es Antisterne geben? Ein Antistern wäre ein Stern aus Antimaterie, also etwa aus Anti-Wasserstoff und Anti-Helium. Überraschenderweise würde er im Inneren vermutlich fast genauso funktionieren wie ein normaler Stern. Gravitation, Druckgleichgewicht und Kernfusion würden sich sehr ähnlich verhalten, und auch das ausgesandte Licht wäre wohl kaum von dem eines gewöhnlichen Sterns zu unterscheiden. Ein Antistern würde also nicht geheimnisvoll dunkel oder exotisch aussehen – sondern wahrscheinlich ganz normal.
Gerade deshalb ist die Suche nach Antisternen so schwierig. Man würde sie nicht einfach an ihrer Farbe oder ihrem Spektrum erkennen. Stattdessen müsste man nach den Folgen suchen, die entstehen, wenn normale Materie aus dem interstellaren Raum auf ihre Oberfläche trifft. Dort müsste es zu Annihilationen kommen, die charakteristische Gammastrahlung erzeugen. Genau solche Signale versuchen Astronominnen und Astronomen mit Instrumenten wie dem Fermi-Weltraumteleskop aufzuspüren.
Eine Analyse von Fermi-Daten identifizierte 2021 vierzehn mögliche Kandidaten für Antisterne unter unassoziierten Gammaquellen. Das ist spannend, aber noch kein Beweis. Solche Quellen könnten auch andere astrophysikalische Objekte sein, zum Beispiel Pulsare oder aktive Galaxienkerne. Die Studie zeigt vor allem, dass Antisterne – falls es sie gibt – sehr selten sein müssen. Große Regionen aus Antimaterie, ganze Antigalaxien oder ausgedehnte Antimaterie-Wolken gelten in unserer kosmischen Umgebung als sehr unwahrscheinlich. Denn an den Grenzflächen zwischen Materie und Antimaterie müsste man starke Annihilationssignaturen sehen, und genau diese beobachtet man nicht in dem Ausmaß, das dafür nötig wäre.
Damit bleibt die Lage faszinierend offen: Antimaterie existiert, sie entsteht im Universum, und theoretisch sind auch Antisterne nicht ausgeschlossen. Doch bisher gibt es keinen eindeutigen Nachweis. Das hängt eng mit einem der größten Rätsel der Kosmologie zusammen: Warum besteht das Universum heute fast nur aus Materie, obwohl nach dem Urknall offenbar fast gleich viel Materie wie Antimaterie entstanden sein müsste? Offenbar gab es ein winziges Ungleichgewicht, das dazu führte, dass ein kleiner Rest Materie übrig blieb – und aus genau diesem Rest bestehen Sterne, Planeten und letztlich auch wir selbst.
Die Suche nach Antisternen ist deshalb mehr als nur die Jagd nach einer exotischen Sternklasse. Sie berührt eine der grundlegendsten Fragen der Physik: Warum gibt es im Universum überhaupt etwas – und nicht einfach nur Strahlung nach der vollständigen Vernichtung von Materie und Antimaterie?
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Transkript anzeigen
Evi: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Kost mir glatte.
Evi: Mit mir Eva und diesmal dabei Elka. Hallo Elka.
Elka: Hallo Eva.
Evi: Hi. Freut mich, dass wir wieder eine Folge zusammen haben, denn wir haben heute,
Evi: finde ich, wieder mal ein sehr spannendes Thema, wie immer natürlich.
Evi: Ich weiß nicht, hast du es in den Nachrichten gelesen, das war ja vor kurzem,
Evi: dass am CERN etwas ganz Tolles geglückt ist?
Evi: Und zwar ist das erste Mal der Transport von Antimaterie geglückt.
Elka: Ah ja, stimmt, genau, genau. Voll.
Elka: Das habe ich gelesen, ja. Das war so ein Bild von so einem LKW,
Elka: das schaut völlig unspektakulär irgendwie aus.
Evi: Ich fand es recht witzig, witzig in dem Sinne, dass sie das geschafft haben
Evi: natürlich, dass sie da jetzt die Antimaterie transportiert haben.
Evi: Aber du sagst, das war ja ein riesiger LKW, eine ziemliche Fracht,
Evi: die sie da ja transportiert haben.
Evi: Tatsächlich waren aber drinnen nur 92 Antiprotonen.
Evi: Und das finde ich dann immer wieder so schräg, wenn du dann so die Relation
Evi: irgendwie gegenübergestellt bekommst dann wieder, dass sie da halt so ein riesiges Ding hatten.
Evi: Und dann haben sie da 92 Antiprotonen, ich glaube, am Parkplatz herumgeführt.
Evi: Also ich glaube, sie sind nicht aus dem Gelände rausgefahren von CERN.
Evi: Und ich fand es lustig, dann danach eben auch, was ich gesagt habe,
Evi: ja, jetzt haben sie dann gezählt, ob auch noch alle 92 da sind.
Evi: Das fand ich irgendwie witzig, dieses Atomerzählen, ob noch alle da sind.
Elka: Ja, voll. Das ist eigentlich verrückt. Das ist halt so viel drumherum.
Elka: Es ist so, wie wenn man so alte Bilder von Computern sieht, die so ganze Räume
Elka: irgendwie sind und das ist irgendwie crazy.
Evi: Antiprotonen, das ist recht schwer zu lagern. Ich finde, das klingt immer so
Evi: ein bisschen nach Science Fiction, oder? Also so Antimaterie,
Evi: es klingt immer so nach Star Trek.
Evi: Und dabei ist das aber eigentlich eine reale Wissenschaft auch, die ja dort passiert.
Evi: Ja, das Problem ist ja, dass sie dort am CERN, ich glaube, das ist ja die einzige
Evi: Factory, also Fabrik für so Antimaterie, Antiprotonen.
Evi: Und es wäre natürlich gut, wenn man das dann transportieren könnte,
Evi: damit man das dann weiter oder besser untersuchen kann. Ich glaube,
Evi: da haben sie nicht ganz so die Möglichkeiten.
Evi: Und das Ziel ist auch, diese Antiprotonen, Antimaterie ja dann nach Düsseldorf,
Evi: glaube ich, zu bringen, damit es dort weiter erforscht werden kann.
Evi: Ja, aber tolle Leistung, die dort vollbracht wurde.
Elka: Ja, voll.
Evi: Warst du schon mal am ZERN?
Elka: Ja, also ich hatte das Glück, ich glaube es war 2019 oder so,
Elka: gab es ein Open Doors Day oder sowas, Open Day.
Elka: Die machen das immer wieder, wenn es Wartungsarbeiten gibt.
Elka: Ich habe jetzt aber versucht zu schauen, wann, ob das irgendwie so regelmäßige
Elka: Abstände sind, habe ich jetzt gar nicht gefunden. Also ich glaube,
Elka: das letzte Mal war sogar 2019, als ich halt dort war.
Evi: Ah, okay, dann ist die Chance vielleicht hoch, dass es bald wieder ist.
Elka: Voll, das könnte schon, nenne ich, sein. Ich habe mir jetzt so ein paar Fotos
Elka: alte angeschaut. Das ist recht witzig, was ich da so dazugeschrieben habe.
Elka: Da habe ich zum Beispiel geschrieben, ja, es gibt ein Side-Experiment.
Elka: Ich weiß nicht, warum ich auf Englisch geschrieben habe, aber auf meinem Facebook-Account.
Elka: Da schauen sie nämlich für ein hypothetisches, also nach einem hypothetischen
Elka: Teilchen, das Aktion, habe ich da geschrieben.
Elka: Das ist nämlich ein Kandidat für dunkle Materie.
Elka: Und der Detektor schaut einfach direkt in die Sonne. Und die Hypothese ist,
Elka: in der Sonne gibt es sehr viel Materie, also wird es auch dunkle Materie geben.
Evi: Ah, okay, spannend.
Elka: Dann habe ich mir natürlich den LHC angeschaut und dann hat es aber auch noch
Elka: ein Experiment gegeben, LHC-B.
Elka: Und dann stand in Klammer, the Bay stands for beauty.
Elka: Physiker und innen sind ein bisschen so immer so witzig und machen immer witzige
Elka: Abkürzungen. Ja, ich mag das auch. Eher auch Astronomen auch.
Evi: Stimmt, das können wir alle sehr gut.
Elka: Alten Detektor Delphi, da habe ich auch ein Foto gemacht, hat auch sehr beeindruckend
Elka: angeschaut, ja ausgeschaut.
Elka: Ja, das war eigentlich sehr cool, man hat überall herumgehen können,
Elka: die haben erklärt, wie die Experimente funktionieren, also kann ich sehr empfehlen,
Elka: da mal vorbeizuschauen, wenn es möglich ist.
Evi: Ja, ich war ja selber noch nicht, also ich würde da auch ganz gerne mal vorbeischauen.
Evi: Also mal schauen, vielleicht ist ja die Chance recht hoch, dass wenn sie da
Evi: 2019 das letzte Mal so diesen Open Day hatten, ist jetzt doch schon ein paar
Evi: Jahre her, weiß nicht, wie oft das Ding gewartet, geschrubbt werden muss.
Elka: Ja, voll. Wobei sie, ich glaube, während der Corona-Zeit hatten sie genug Zeit
Elka: zum Schruppen, glaube ich.
Elka: Also ich glaube, da haben sie sicher auch nochmal ein paar Pausen gemacht.
Elka: Aber Corona ist jetzt auch schon wieder Zeit lang her, also vielleicht, ja.
Evi: Auf jeden Fall war diese Nachricht für mich jetzt ein Anlass,
Evi: mir natürlich Gedanken zu machen über Antimaterie.
Evi: Vor allem natürlich, ob das auch eine Rolle in der Astronomie spielt.
Evi: Also wenn es ja Antimaterie gibt, gibt es dann auch Antisterne oder vielleicht
Evi: sogar Antimaterie-Galaxien.
Evi: Und wenn ja, wie wäre so ein Antistern? Wie würde der aussehen?
Evi: Wie würde man den erkennen oder entdecken?
Evi: Und ja, darüber möchte ich heute sprechen und habe da einiges vorbereitet.
Evi: Und ich würde sagen, das schauen wir uns dann gleich an nach einer kurzen Pause.
Evi: So, da sind wir wieder und wir schauen uns gleich mal an, was das mit der Antimaterie
Evi: auf sich hat, denn tatsächlich, obwohl es so nach Science Fiction klingt,
Evi: ist es eigentlich etwas,
Evi: was durchaus real ist und zwar ist Antimaterie Materie, die im Prinzip aus Antiteilchen besteht,
Evi: das heißt, das heißt Antiatome und die Atomhülle ist eben auch aus Antielektronen,
Evi: die heißen dann Positronen, die Atomkerne sind dann entsprechend natürlich aus
Evi: Antiprotonen und Antineutronen.
Evi: Das klingt alles so ein bisschen nach Anti, aber hat jetzt nichts mehr.
Evi: Der böse Zwilling, der hat aber eigentlich damit gar nichts zu tun.
Evi: Im Prinzip ist es wirklich ein entsprechendes, einfach das Gegenstück zu dem Teilchen.
Evi: Es hat die gleiche Masse, gleichen Spin, auch die gleiche Lebensdauer, wenn es eben stabil ist.
Evi: Es unterscheidet sich aber, weil es eine entgegengesetzte Ladung hat und eine
Evi: umgekehrte Quantenzahl. Also der magnetische Moment ist auch anders.
Evi: Die meisten Teilchen haben da eben entsprechende Gegenteilchen oder Antiteilchen.
Evi: Das Elektron zum Beispiel, das Positron, das ist ein Kofferwort aus positiver Ladung und Elektron.
Evi: Positronen entstehen zum Beispiel
Evi: beim Beta-Plus-Zerfall, also das ist in einer Art vom Beta-Zerfall.
Evi: Beim Zerfall eben auch von positiven Myonen, die aus der kosmischen Strahlung
Evi: kommen, bei der Proton-Proton-Reaktion im Zentrum der Sonne.
Evi: Ja, auch Paarbildungen in ganz energiereichen Stoßprozessen,
Evi: also da gibt es auch immer wieder diese Paarbildung. Und in normaler Umgebung
Evi: verschwinden jetzt eben diese Positronen innerhalb kürzester Zeit,
Evi: eben durch diese gegenseitige Annihilation mit den Elektronen.
Evi: Also das ist ja etwas, dieser Annihilation, diesen Prozess, das ist ganz wesentlich,
Evi: wenn man sich Antiteilchen eben anschauen möchte, beziehungsweise ist es eben
Evi: das, was es schwierig macht, sich die anzusehen.
Elka: Weiß nicht, ob du PET kennst?
Elka: PET-Scanner von der Medizin.
Evi: Ich kenne PET nur als Polyethylen-Flaschen, also Plastik.
Elka: Also das ist so ein Gerät, das schaut aus, wie man sich halt ein CT oder so vorstellt oder ein MR.
Elka: Also vom Aufbau schaut es recht ähnlich aus, so eine Röhre, wo man reingefahren wird.
Elka: Und da wird den Patientinnen ein Beta-Strahler gespritzt vorher.
Elka: Wenn du einen Tumor hast oder wenn da viel Aktivität ist in einem Bereich,
Elka: dann wird auch das, was gespritzt wird, dorthin wandern, weil da ist nämlich
Elka: ein Zuckermolekül dran geheftet und zum Beispiel Tumoren haben sehr hohen Energiebedarf,
Elka: deswegen wird der Zucker dorthin zum Beispiel wandern und dann passiert dort
Elka: Beta-Zerfall, wie du es gerade beschrieben hast und diese Annihilation.
Elka: Und das kann man dann in diesem Scanner sehen, dass da eben so in 180 Grad genau
Elka: diese Teilchen voneinander liegen.
Elka: Weggestoßen werden und dann sieht man, okay, in diesem Bereich im Körper ist
Elka: besonders hoher Stoffwechsel, also da könnte eben zum Beispiel Metastase sein
Elka: oder irgendetwas anderes.
Elka: Antimaterie, das klingt wie du sagst, so gruselig, aber es ist eigentlich sehr
Elka: basic und sehr beobachtbar.
Elka: Es ist nicht so rätselhaft wie das, was ich vorher gesagt habe mit der dunklen
Elka: Materie, das darf man vielleicht auch nicht verwechseln, wo wir nicht genau
Elka: wissen, was das ist oder was das sein könnte.
Elka: Aber Antimaterie, da wissen wir, das existiert auf jeden Fall.
Elka: Und das nutzen wir zum Beispiel auch in der Medizin.
Evi: Ja, super spannend. Das heißt, da wird dann richtig diese Vernichtung,
Evi: diese Annihilation und diese Energie, die dadurch freigesetzt wird, gemessen.
Elka: Genau, weil die nämlich in einem bestimmten, eben genau 180 Grad voneinander weggestoßen werden.
Elka: Und so kann man wissen, okay, hier und hier habe ich ein Event.
Elka: Wenn diese zwei Events 180 Grad voneinander in einer gewissen Zeit passieren,
Elka: kann man zurückrechnen, woher das dann kommt.
Evi: Also ich finde das ja voll spannend, was für eine Energie da auch freigesetzt
Evi: wird. Also wenn das ein Teilchen auf sein Antiteilchen trifft,
Evi: dann passiert eben diese Paarvernichtung.
Evi: Das ist dann Gesetz E gleich mc², also hier haben wir einstellen.
Evi: Und zwar die gesamte Masse dieses Teilchen-Antiteilchenpaares wird da umgesetzt.
Evi: Also bei einer Kernspaltung oder bei einer Kernfusion, da sind das ja nur Bruchteile,
Evi: die ja da in Energie freigesetzt werden.
Evi: Aber hier bei diesen Annihilationen, bei diesen Paarvernichtungen,
Evi: also da wird richtig ordentlich Energie freigesetzt.
Evi: Und du sagst, das ist dann ganz gut dann natürlich zu messen.
Evi: Das heißt, sie haben da dann einen Fingerabdruck, den sie dahinter lassen.
Evi: Also meistens ist es ja Gammastrahlung, die da freigesetzt wird.
Evi: Zum Teil kommt darauf an, was für Prozesse sind, auch andere Teilchen.
Elka: Im Körper ist es eben auch zwei Gamma-Photonen.
Elka: Die eben da in 180 Grad rechts und links sozusagen weggestrahlt werden.
Evi: Das finde ich super. Jetzt haben wir gleich eine praktische Anwendung.
Elka: Genau.
Evi: Sehr gut, ja. Was für andere Teilchen gibt es noch? Also neben den Positronen
Evi: gibt es Proton, Antiproton.
Evi: Neutron hat auch ein Antineutron. Da werden wir dann später noch darauf zu sprechen
Evi: kommen. Da gibt es natürlich auch was über den Wasserstoff.
Evi: Antivasserstoff, der besteht dann natürlich aus Antiproton und einem Positron.
Evi: Wann wurde das das erste Mal postuliert oder beziehungsweise die Idee überhaupt,
Evi: dass es so etwas wie Antimaterie geben könnte, finde ich, war schon relativ früh und zwar 1898.
Evi: Es hat in Nature bereits zwei Artikel gegeben von Schuster, der eher so ein
Evi: bisschen fast theoretisch-philosophisch da über Sternsysteme aus Antimaterie
Evi: geschrieben oder spekuliert eigentlich hat.
Evi: Das war jetzt aber eben noch keine moderne Teilchenphysik.
Evi: Das waren eher so Gedankenexperimente, die er dann eben gemacht hat und hat
Evi: eben diese Idee das erste Mal formuliert, dass es sowas wie Gegenstücke zu einer
Evi: normalen Materie geben könnte.
Evi: Also wirklich eigentlich abgeleitet hat das dann Paul Dirac 1928,
Evi: als er dann nämlich die Dirac-Gleichung aufgestellt hat.
Evi: Das heißt, er hat hier ja dann mit seiner Gleichung die relativistischen Quantenmechanik
Evi: da aufgestellt und hat dadurch ja dann fundamentale Teilchen auf Emionen beschrieben,
Evi: also zum Beispiel das Elektron.
Evi: Und hat hier durch seine Wellengleichung, die er da aufgestellt hat,
Evi: halt mehr Eigenschaften und das Verhalten von ihnen beschreiben können.
Evi: Und die Lösung von diesen Gleichungen hat dann mögliche Zustände von den Teilchen beschrieben.
Evi: Eines der Ergebnisse war dann, dass zu jedem Teilchen ein Antiteilchen existiert.
Evi: Dasselbe Masse und demselben Spin, aber mit der entgegengesetzten Ladung.
Evi: Das heißt, hier war es das erste Mal so eine theoretische Formulierung.
Evi: Das finde ich wieder einmal natürlich
Evi: ganz schön, dass man hier zuerst was theoretisch herausgefunden hat.
Evi: Und der Nachweis gelangt dann ein paar Jahre später, 1932, durch Carl D. Anderson.
Evi: Der hat in einer Nebelkammer das Positron entdeckt. Und da finde ich es auch
Evi: wieder spannend, dass das jetzt eben kein Teilchenbeschleuniger war,
Evi: also jetzt nicht so irgendwie entdeckt wurde, sondern er hat das in der kosmischen Strahlung entdeckt.
Evi: Die Teilchen aus dem All, aus dem Kosmos, da hat er dann die Positronen in der Nebelkammer entdeckt.
Evi: Und ja, das Antiproton, das wurde in einem Teilchenbeschleuniger,
Evi: und zwar in dem ersten großen Synchroton am Berkeley, das ist beim Bevatron
Evi: nachgewiesen, 1955 erst.
Elka: Das ist ja alles gar nicht so lange her, finde ich, dafür, dass das sehr fundamentale Sachen sind.
Evi: Eigentlich schon, ja, aber das hat dann doch, na gut, du brauchst halt mal einen
Evi: Teilchenbeschleuniger, dass du halt da mal dieses Antiproton nachweisen kannst.
Evi: Das war aber ganz wichtig, weil es war davor nicht ganz klar,
Evi: ob das jetzt mit dieser Antimaterie, dieser Antiteilchen, ob das nicht eben
Evi: so eine Kuriosität von den Elektronen war, ob die sich da irgendwie sonderbar
Evi: verhalten, ob da mit denen irgendwas komisch ist,
Evi: sondern dass man halt dann eben wirklich gesehen hat, durch diesen Nachweis
Evi: der 1955, okay, das ist offensichtlich wirklich so, dass in der Materie,
Evi: dass da einfach Gegenstücke existieren, also ganz, ganz wichtig.
Evi: Heute können wir ja, das finde ich eben ganz cool, diese Antimaterie künstlich
Evi: erzeugen, immer am CERN, wie wir es ja gerade schon besprochen haben,
Evi: aber eben nur in winzigen Mengen, also,
Evi: Ich habe gerade gesagt, dass es ja 92 Antiprotonen waren, die da transportiert wurden.
Evi: Wobei eben herstellen können sie natürlich schon mehrere.
Evi: Aber das ist mit einem enormen Energieaufwand auch verbunden.
Evi: Du brauchst eine Million Protonen, damit du ein Antiproton bekommst.
Evi: Und eben 26 Millionen mal so viel Energie musst du auch aufwenden,
Evi: um das Antiproton zu bekommen.
Evi: Also das ist jetzt nicht etwas, was man schnell in der Küche vielleicht nachmachen könnte.
Evi: Wir haben jetzt bis jetzt nur eben von Antiprotonen gesprochen.
Evi: Oder eben Antielektronen. Da ist natürlich jetzt auch die Frage,
Evi: ob man Größeres auch machen kann, wie eben ein Antivasserstoffatom.
Evi: Und das ist tatsächlich gelungen. Und da auch erst 1995.
Evi: Also das finde ich auch, dass das eigentlich, unter Anführungszeichen,
Evi: relativ spät ist, dass das am CERN geglückt ist.
Evi: Und da wurde aber das erste Mal nachgewiesen, dass man halt wirklich so ein
Evi: gebundenes System aus einem Antiproton und einem Positron herstellen konnte.
Evi: Das ist übrigens wiederholt worden, schon am Fermilab in den USA auch.
Evi: Also da hat man das auch geschafft.
Evi: Da ist es dann Schlag auf Schlag gegangen. Also man hat dann 2010 mit dem Alpha-Projekt
Evi: 38 Antivasserstoffatome nachweisen können.
Evi: Die hätte man dann auch fangen können, aber eben nur ganz kurz.
Evi: Also man braucht eben so magnetische Fallen.
Evi: Also es gibt verschiedene Fallsysteme, mit denen man eben Elektronen,
Evi: also Atome quasi festhalten kann. Und damals ist es 2010 gelungen,
Evi: dass man für 172 Millisekunden Antivasserstoffatome fangen konnte.
Evi: Das heißt, das ist natürlich viel zu kurz und auch zu wenig,
Evi: als dass du da jetzt große Untersuchungen machen könntest.
Evi: Aber schon ein Jahr später ist es dann mit 309 Antivasserstoffatomen gelungen.
Evi: Da bitte auch bei einer Temperatur von etwa einem Kelvin, die 17 Minuten lang einzufangen.
Evi: Das ist jetzt schon sehr lange, aber da sieht man, wie schwer das auch ist.
Evi: Also was für Zustände du dann natürlich auch herstellen musst,
Evi: damit du die halten kannst, damit sie eben nicht anhilieren,
Evi: weil sobald die natürlich in Kontakt kommen mit gewöhnlicher Materie,
Evi: das haben wir ja gerade schon gesagt, anhiliert das, zerstören sich die und dann ist das fort.
Evi: Wobei mittlerweile, habe ich gerade vorhin nachgelesen, können sie,
Evi: also gerade, ich glaube, so eben im Antiproton-Bereich, diese Antimaterie,
Evi: glaube ich, bis zu einem Jahr lagern, unter Anführungszeichen.
Elka: Ja, was wie schnell, also wie es für einen Fortschritt gegeben hat,
Elka: was für einen schnellen Fortschritt.
Evi: Wenn das mal einmal so ein bisschen durchbrochen ist, dass es dann doch schnell
Evi: geht, dass da dann weitere Fortschritte erzielt werden.
Evi: Antivasserstoff, das ist natürlich ganz wichtig, weil es halt darum auch geht
Evi: zu zeigen, ob sich Systeme bilden können.
Evi: Du brauchst Antiprotone, du musst die Positronen erzeugen und das alles dann
Evi: zusammenführen und speichern eben in diesen elektromagnetischen Fallen.
Evi: Damit du diesen Antivasserstoff hast, das ist aber natürlich wichtig,
Evi: wenn du halt dann, gerade wenn wir wollen ja wissen, ob es Antisterne auch gibt.
Evi: Und dann muss man das wissen, ob das möglich ist.
Evi: Spannend fand ich auch einen Befund erst von 2023, dass man da auch wirklich
Evi: nachweisen konnte, dass Antimaterie der Schwerkraft unterliegt.
Evi: Also das war empirisch offen. Also so Sachen, wo man sich vielleicht denkt, ja eh logisch.
Evi: Aber muss man natürlich trotzdem auch einmal dann empirisch beweisen oder zeigen,
Evi: dass dem halt wirklich so ist.
Evi: Jetzt mit diesem Transport, was wir eingangs besprochen haben,
Evi: mit diesen Antiprotonen, glaube ich, sind wirklich weitere Fortschritte gelungen.
Evi: Also dieser Container war übrigens 850 Kilo schwer. Also das sind so 92 Antiprotonen drinnen.
Elka: Die sehr klein sind.
Evi: Ja, eben.
Elka: Ich wollte vorher sagen, es wirkt ja so ein bisschen wie so eine Spielerei,
Elka: aber die machen es ja nicht zum Spaß.
Elka: Es wäre lustig, einen Antivasserstoff irgendwie zu machen, sondern eben erstens,
Elka: wie du sagst, wollen wir halt unsere Welt irgendwie besser erklären.
Elka: Aber ich glaube auch das Beispiel mit dem PET-Scanner zeigt halt auch,
Elka: dass voll viel Forschung, die im CERN gemacht wird, auch später weiterentwickelt.
Elka: Auch mal anders irgendwie eingesetzt werden kann. Und eben zum Beispiel in der
Elka: Medizin und so. Das ist nicht nur so eine Spielerei.
Evi: Ja, gar nicht. Vor allem, ich glaube, es ist auch wichtig zu wissen,
Evi: dass Antimaterie ist jetzt nicht einfach nur im Laborphysik,
Evi: sondern dass es ja auch etwas ist, was im Prinzip ganz natürlich ist.
Evi: Also dass es ja auch im Kosmos entsteht, bei diversen Prozessen.
Evi: Ich habe es ja anfangs schon erwähnt, es ist die kosmische Strahlung da natürlich auch.
Evi: Also da haben wir ja auch sehr hochenergetische Teilchen, die da kollidieren
Evi: und da Positronen entstehen, Antiprotonen oder eben auch diese radioaktiven
Evi: Zerfälle, das hast du schon erwähnt, da nützen wir das ja sogar wirklich ganz praktisch.
Evi: Aber es ist auch natürlich astrophysikalisch relevant, also wir haben da eben
Evi: auch im Supernova auch diese Prozesse,
Evi: das heißt diese extremen Umgebungen, wo diese Kernprozesse stattfinden und dann
Evi: natürlich schwarze Löcher, Pulsare, Jets, also überall, wo diese energiereichen
Evi: Umgebungen sind, wo diese Teilchen halt entstehen und da hast du dann oft wirklich
Evi: so diese Elektrom-Positron-
Evi: Paare, die erzeugt und dann halt auch vernichtet werden.
Evi: Und vor allem haben wir auch in der Astronomie oder beziehungsweise in der Kosmologie
Evi: eine ganz, ganz große Frage, die nach wie vor offen ist, also eine Forschungsfrage.
Evi: Und ich glaube, du hast schon kurz darüber gesprochen, als wir unsere Folge
Evi: hatten über den Urknall. Aber ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher.
Elka: Ja, ich habe mal mehr so die ersten Sekunden nach dem Urknall oder ersten Sekunden,
Elka: Der Moment ist übertrieben, aber halt, was ist passiert nach dem Urknall und
Elka: in welchem Verhältnis Materie und Antimaterie, was man halt vermutet, da waren?
Evi: Also die aktuellen oder bisherigen Experimente, auch die Theorien,
Evi: gehen ja davon aus, dass ja das Verhalten identisch ist, Materie,
Evi: Antimaterie und auch, dass gerade beim Urknall eben kurz,
Evi: als das Universum entstanden ist, nach diesem Anfangszustand,
Evi: dass ja auch Materie und Antimaterie näherungsweise in gleichen Mengen entstanden
Evi: ist und natürlich kurz darauf dann diese gegenseitige Vernichtung stattgefunden
Evi: hat, das heißt, alles wieder zerstrahlt wurde.
Evi: Das heißt, es war eigentlich das Verhältnis von Materie anfangs eben eins zu
Evi: eins, aber es gab eben ein ganz kleines Ungleichgewicht.
Elka: Ich wollte schon sagen, Gott sei Dank gab es, das klingt jetzt zu gläubig,
Elka: wenn ich sage, Gott sei Dank gab
Elka: es ein bisschen mehr Materie als andere Materie, sonst gäbe es uns nicht.
Evi: Aber du sagst schon richtig, dass die Materie ein kleines bisschen bevorzugt
Evi: wurde. Dieses Ungleichgewicht ist wirklich nur so ein Teilchen Überschuss auf
Evi: eine Milliarde Teilchen-Anti-Teilchen-Paare.
Evi: Und dieser ganz, ganz kleine Überschuss, das ist dieser Rest an Materie,
Evi: der übrig geblieben ist.
Evi: Und deswegen gibt es uns heute, das Universum, alles das, so wie wir es kennen.
Evi: Ich finde das ganz faszinierend, weil sonst wäre einfach alles zerstrahlt.
Elka: Aber auch wenn es jetzt mehr Antimaterie geben hätte, was man jetzt nennt,
Elka: hätten wir eine Anti-Erde und Anti-Menschen.
Evi: Das würde ein Anti-Universum wären.
Elka: Genau, ja. Ich glaube, so einfach ist das halt dann auch nicht,
Elka: dass das alles so funktioniert hätte mit Leben und Sterne und alles.
Elka: Also das wissen wir nicht, genau.
Evi: Interessant. Nach wie vor eines der größten ungelösten Probleme.
Evi: Also warum Materia jetzt eben bevorzugt wurde, warum nicht alles wegannihiliert wurde.
Elka: Ja, aber gibt es jetzt Anti-Sterne? Das hast du uns noch nicht gesagt.
Elka: Aber bevor du es uns sagst, machen wir eine kleine Werbung.
Evi: Du hast jetzt schon die richtige Frage gestellt. Können Antisterne existieren?
Evi: Also wir haben ja jetzt schon gesehen, dass es ja durchaus Antiteilchen gibt.
Evi: Es gibt ja sogar Antivasserstoffe.
Evi: Das heißt, ein Antistern wäre dann eben ein Stern aus Antimaterie,
Evi: aus Antivasserstoff, Antihelium, Antiplasma.
Evi: Die Physik im Inneren wäre wahrscheinlich auch fast identisch mit einem normalen
Evi: Stern, weil ich habe ja gerade vorhin schon erwähnt, dass ja schon gezeigt wurde,
Evi: dass ja auch die Gravitation gleich wirkt. Das heißt, das wäre mal gleich.
Evi: Es müsste dann auch Druckgleichgewicht natürlich alles gleich funktionieren.
Evi: Gehen wir mal davon aus, dass die Kernfusion gleich wäre in diesen Antikernen.
Evi: Das heißt, wir hätten dann vielleicht Spektrallinien, die nahezu identisch wären.
Evi: Das Wichtigste, was man dann dabei denken muss, wenn man von Antisternen ausgeht,
Evi: ist, wenn wir sagen, okay, wir haben jetzt Antivasserstoff, den sie zu Antihelium
Evi: fusionieren oder antifusionieren, weiß ich nicht, ob man dann dafür so sprechen kann.
Evi: Das heißt, sie würden aber trotzdem ein gleiches Licht abgeben wie normale Sterne,
Evi: weil nämlich das Photon ist schon sein eigenes Antiteilchen. Es gibt kein Antifoton.
Evi: Und aufgrund der Tatsache wäre halt das Licht eigentlich gleich.
Evi: Das heißt, es ist jetzt nicht so, dass ein Antisteen irgendwie grün leuchten
Evi: würde oder irgendwie komisch ausschauen würde oder sonst irgendwie seltsam daherkommen würde,
Evi: was er da irgendwie zu einem galaktischen Monster machen würde,
Evi: sondern eigentlich wäre es in der Hinsicht sogar ziemlich unauffällig.
Elka: Also wir würden das gar nicht merken, wenn wir den sehen.
Evi: Ja, richtig, genau. Also das ist jetzt alleine von den Überlegungen aus.
Evi: Und man könnte sich eher überlegen, ob es indirekt etwas gibt,
Evi: was wir beobachten könnten. Also zum Beispiel so Anti-Helium-Partikel,
Evi: das wäre halt ganz spannend.
Evi: Hat man tatsächlich auch auf der ISS gemessen bei einem Experiment,
Evi: hat man 2017 acht Anti-Helium-Partikel gemessen.
Evi: Da weiß man jetzt nicht so genau, woher die Quelle ist.
Evi: Also das könnte zum Beispiel ein Antistern sein, also die Quelle,
Evi: dass das von dem irgendwie kommt.
Evi: Ja, und das stellt sich dann die Frage, okay, wenn es dann Antisterne geben
Evi: könnte, ob es auch größere Objekte gibt, also dann vielleicht eine Antigalaxie
Evi: oder Antivolken, da hat man aber nichts gefunden.
Evi: Also in unserer lokalen kosmischen Region gibt es jetzt keine Belege dafür,
Evi: dass man da was gefunden hat, weil nämlich, und das ist etwas,
Evi: wo man so ein bisschen einen Fingerabdruck auch hätte von Ihnen.
Evi: Dass man nämlich an den Grenzflächen natürlich jetzt, also zwischen Materie
Evi: und der Antimaterie, würde es natürlich Gammastrahlung geben durch diese Annihilation.
Evi: Das heißt, immer da, wo dann eben so ein Antiteilchen auf ein Materiateilchen
Evi: trifft, hättest du dann diese Gammastrahlung.
Evi: Das heißt, das wäre eine Signatur, die wir eigentlich sehen müssten.
Evi: Und wenn es jetzt wirklich so ganz große Objekte geben würde,
Evi: dann hätte man das wahrscheinlich schon auf irgendeine Art und Weise gemessen.
Evi: Auch, wir wissen alle, das Universum ist groß und sehr leer.
Evi: Also es kann natürlich sein, dass die Wahrscheinlichkeit jetzt nicht so hoch
Evi: ist, dass ein Antiteilchen auf sein Gegenstück trifft und sich annihiliert.
Evi: Also das kann dann in der Hinsicht dann schon sein, dass es da durchaus auch
Evi: ein Antisteil entstehen könnte.
Evi: Es ist jetzt natürlich die Frage, wenn wir da jetzt auf die Suche gehen.
Evi: Könnten wir jetzt natürlich schauen, dass wir so Gamma-Quellenkandidaten da
Evi: vielleicht Erfolg haben, dass wir da schauen.
Evi: Da müssen wir aber eben aufpassen, dass wir das dann halt richtig zuordnen,
Evi: wenn wir da diese Gammastrahlenausbrüche beobachten.
Evi: Es könnte auch ein Pulsar sein, Supernova-Überreste.
Evi: Und wir haben aber auch bereits Messgeräte dazu.
Evi: Also es gibt ja das Fermi Space Teleskop oder ESA, den Integralsatelliten.
Evi: Die messen genau in diesem Bereich, untersuchen auch schwarze Löcher,
Evi: also all diese großen Gammastrahlenausbrüche oder diese Messungen erwartest.
Evi: Und da erschien 2021, eine Analyse.
Evi: Und da hat man sich so 5.787 Sterne angesehen, die diese Gamma-Quellen haben.
Evi: Und hat tatsächlich 14 Kandidaten gefunden, jetzt in einem Umkreis von 36.000
Evi: Lichtjahren, die Antisterne sein könnten.
Evi: Also wo da eben diese Signatur halbwegs passt. Man muss da aber ein bisschen aufpassen.
Evi: Es könnten eben auch so aktive Kerne sein von Galaxien oder eben Pulsare.
Evi: Aber es zeigt uns zumindest, dass es eine Obergrenze gibt. Also das ist auch
Evi: immer ganz wichtig, bei solchen Befunden dann auch eben zu schauen,
Evi: okay, was heißt das dann, wenn ich das jetzt mal erzähle,
Evi: Kandidaten habe. Also das ist jetzt noch kein Beweis, sondern es ist halt nur eine Möglichkeit.
Evi: Das ist auch keine Bestätigung. Aber wenn wir da jetzt eben so mal 14 Kandidaten
Evi: gefunden haben, dann kann man das ja quasi raufrechnen, was das eben dann heißt.
Evi: Und das würde dann heißen, dass einer von 400.000 Objekten ein Antistern in
Evi: der Milchstraße sein könnte.
Evi: Das heißt, wenn wir in der Milchstraße doch 200 Milliarden Sterne haben,
Evi: könnte es eine Million Antisterne geben. Rein hypothetisch.
Elka: Hört sich viel an, aber ist wahrscheinlich nicht so viel. Verteilt sich gut auf der Milchstraße.
Evi: Wie gesagt, das sind ja nur Kandidatbestätigungen, gibt es noch keine.
Evi: Also es ist nach wie vor so ein bisschen ein theoretisch-hypothetischer Ansatz.
Evi: Also es ist noch nicht eindeutig nachbewiesen.
Evi: Da braucht man halt einfach zweifelsfreie Daten, dass man das wirklich identifizieren
Evi: kann, dass es einfach auch nichts anderes ist.
Evi: Man weiß ja noch nicht, was dieser Grund ist auch, dass im Universum die Materie bevorzugt ist.
Evi: Das weiß man ja nicht, diese Asymmetrie zwischen der Materie und der Antimaterie,
Evi: was jetzt wirklich auch dazu geführt hat. Und seltsam ist es natürlich schon
Evi: alles mit dieser Antimaterie.
Evi: Vielleicht werden wir das auch noch herausfinden. Wir haben ja gesehen,
Evi: nachdem das ja alles aktuelles Forschungsgebiet auch ist, dass sich da vielleicht
Evi: wirklich in nächster Zeit oder bald was tun wird.
Elka: Ja, würde mich schon sehr interessieren, wie das ist mit den Antisternen.
Evi: Nachdem es so empfindlich ist, wenn es mit der Materie zusammentrifft, ist es sehr schwierig.
Elka: Ja, es hört sich irgendwie so unwahrscheinlich an, aber wie viele Objekte im
Elka: Universum gibt es, die sich sehr unwahrscheinlich und sehr weird anhören.
Evi: Ja, und sehr im extremen Bereich auch unterwegs sind.
Elka: Ja, auch schwarze Löcher. Würde ich nicht wissen, dass es das gibt,
Elka: würde ich es da nicht glauben, dass es das gibt. Also das hört sich auch sehr weird an. Ja, cool.
Elka: Danke für diese Exkursion zum Antistern, zum potenziellen Antistern. Sehr spannend.
Evi: Vielleicht haben wir ja auch schon welche gesehen und wissen es nicht,
Evi: dass sie ja manchmal schlussend sind.
Elka: Ja, eben, wenn die eh gleich ausschauen.
Evi: In Daten versteckt ist, ja.
Elka: Ja, voll. Na, aber sehr cool. Ich finde es auch spannend, wie wir diesen Bogen
Elka: jetzt machen konnten von der Astronomie zur Medizin und so. Das ist schon cool
Elka: und ein sehr rundes Thema.
Evi: Am Ende führt alles zum Kosmos, zur Astronomie.
Elka: Ja, stimmt. Das stimmt. Da hast du recht. Ja, also danke Eva und auch danke
Elka: wie immer an euch, unsere HörerInnen.
Elka: Man kann sich ja bei uns mit Worten bedanken und uns schreiben und bewerten.
Elka: Da freuen wir uns natürlich sehr. Man kann uns auch ein bisschen finanziell unterstützen.
Elka: Das hat Markus dieses Mal per Paypal gemacht. Danke, Markus.
Elka: Und über Steady oder Patreon kann man ein Abo abschließen.
Elka: Das hilft uns natürlich besonders, weil wir damit dann vorausschauend schon planen können.
Elka: Dieses Mal danke an Romana, Julia und Harald. Man bekommt auch eine werbefreie
Elka: Version, wenn man ein Abo hat.
Evi: Ich glaube, das ist das erste Mal, dass wir mehr Abo-Abschlüsse als PayPal-Spenden bekommen haben.
Evi: Es ist ganz selten, dass so viele ein neues Abo abschließen.
Evi: Also vielen lieben Dank.
Evi: Das ist für uns auch immer ein sehr großes Zeichen der Wertschätzung natürlich,
Evi: wenn ihr uns hier in regelmäßiger Folge unterstützen wollt.
Elka: Und wie gesagt, sonst auch gerne mit Worten an kontakt.kosmiklatte.at oder ihr
Elka: könnt uns gerne auch einen Kommentar auf kosmiklatte.at schreiben oder auf Instagram
Elka: folgen, kosmiklatte.pot.
Elka: Spotify natürlich auch, uns dort bewerten.
Elka: Wir freuen uns natürlich sehr über 5 Sterne und wir freuen uns auch über Empfehlungen
Elka: an Freundinnen und Familie.
Elka: Als Einstieg kann man auch unser neues Buch schenken.
Elka: Und damit vielleicht Freundinnen und Familie anfixen mit dem Podcast.
Elka: Genau, man kann es überall vorbestellen.
Elka: Mir war das ja gar nicht so bewusst, dass ich ja eigentlich in jeden irgendeine
Elka: Buchhandlung gehen kann und sagen kann, hey bitte, ich hätte gern auf einen Kaffee im All.
Elka: Und dann wird das dort hingeliefert. Also man muss auch jetzt nicht bei den
Elka: großen Ketten kaufen, sondern man kann auch einfach ums Eck in die kleine liebe
Elka: Buchhandlung gehen, dort unser Buch bestellen.
Elka: Da freuen wir uns sehr, wie euch es gefällt.
Evi: Man kann uns auch live sehen zur Buchveröffentlichung. Da sind wir auch bei Buchpräsentationen.
Elka: Stimmt. In Wien haben wir zwei und in München auch. In München sind wir, glaube ich, am 21.
Elka: April auf der Volkssternwarte in München. Und am 28.
Elka: April haben wir in Wien im Planetarium eine große Show um 17 Uhr.
Elka: Da freuen wir uns auch schon sehr.
Elka: Und sonst haben wir auch noch eine Lesung im Mai im Thalier bei der Hilferstraße am 21.
Evi: Ja, genau. Da freue ich mich schon sehr darauf. Also ich freue mich schon besonders
Evi: auf natürlich unsere Buchpräsentationen in München und in Wien.
Evi: In Wien gibt es auch eine kleine Planetarium-Show dazu.
Elka: Genau, ja.
Evi: Da könnt ihr uns dann auch persönlich mal treffen. Also kommt gerne vorbei.
Evi: Soweit ich weiß, sind schon beide Events online, sowohl in München als auch in Wien.
Evi: Und für Wien weiß ich auf jeden Fall, dass man auch schon Tickets bestellen kann, also kaufen kann.
Elka: Genau, das Planetarium Talia weiß ich jetzt gar nicht, aber Planetarium auf
Elka: jeden Fall kann man Tickets bestellen.
Evi: Ich glaube, zum Talia kann man einfach hinkommen. Kann man einfach hingehen.
Elka: Gell?
Evi: Genau, aber in Planetarium braucht man dann schon ein Ticket, eine Karte.
Elka: Genau, und Diana wird uns auch besuchen. Also wir werden wirklich zu dritt sein.
Evi: Ja, genau.
Elka: Das ist besonders cool.
Evi: Stimmt, ja, auch in München werden wir zu dritt sein. Ja, auf das freuen wir uns schon sehr.
Elka: Und auch überhaupt in München jetzt, also das ist unser erste Auslandseinsatz gemeinsam.
Elka: Da freuen wir uns schon sehr, weil wir haben ja doch sehr viele deutsche HörerInnen.
Elka: Und jetzt gibt es mal die Chance, dass wir uns persönlich sehen.
Evi: Kommt nach München oder kommt nach Wien, wir freuen uns auf jeden Fall.
Evi: Wir freuen uns natürlich auch, wenn ihr das Buch bestellt oder dann dort kauft.
Evi: Da gibt es natürlich auch die Möglichkeit.
Evi: Ansonsten freuen wir uns natürlich, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid.
Elka: Ciao.
Evi: Bis dann. Tschüss.
Elka: Oder du, machst du das jetzt immer durch? Ich weiß es gar nicht mehr,
Elka: ich muss es nicht so im Kopf immer.
Evi: Ja, ist egal. Ich sage halt Hallo und herzlich willkommen und dann gehen wir
Evi: weiter zur Antimaterie.
Evi: Muss ich mich in Position bringen? Ich lümle immer so, das ist furchtbar.
Elka: Aufrechte Haltung und feste Stimme.
Evi: Ja, wirklich.
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